Führerscheinentzug / Fahrverbot

Das Thema Führerscheinentzug, taucht im Volksmund gerne unter dem Stichwort "Lappen weg" auf. Viele Menschen sind beruflich oder privat auf ihr Auto angewiesen und darum sollte man wichtige Regeln im Straßenverkehr befolgen, sonst droht der Entzug des Führerscheins.





Fahrverbot und Führerscheinentzug

Es gibt einen Unterschied zwischen einem Fahrverbot und einem Führerscheinentzug.
Das Fahrverbot kann einen Zeitraum von ein bis drei Monaten haben und wird dann vollstreckt, wenn ein Führerscheinentzug nicht unbedingt notwendig ist.
Die Zeit des Fahrverbots wird ab dem Zeitpunkt der Führerscheinabgabe, d.h. sobald der Führerschein der zuständigen Dienststelle übergeben bzw. zugesandt wird. Nach Ablauf des ausgesprochenen Fahrverbots wird der Führerschein automatisch wieder zurückgeschickt.

So lange der Führerschein entzogen ist, ist er sozusagen ungültig, man hat keine gültige Fahrerlaubnis. Nach der 6-monatigen Frist muss der Lappen neu beantragt und auch ausgestellt werden, damit er wieder gültig ist. Dafür ist die zuständige Fahrerlaubnisbehörde verantwortlich und legt auch die damit verbundenen Bedingungen fest. Am bekanntesten hier der sogenannte "Idiotentest" - die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU). Wenn die Fahrerlaubnis länger als zwei Jahre entzogen wurde, ist man verpflichtet, eine neue theoretische und praktische Prüfung abzulegen.


Tipp!
Aufgrund langer Bearbeitungszeiten ist es ratsam den Antrag auf Wiedererteilung acht bis zehn Wochen vor Ablauf der Sperrfrist zu stellen.
Bei einem Führerscheinentzug mit einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) durch z.B. einem Alkoholdelikt muss mit einer Bearbeitungszeit von drei Monaten gerechnet werden.


Für einen Führerscheinentzug kann es mehrere Gründe geben:

Führerscheinentzug durch Tempoüberschreitung
Da unterscheidet man zwischen außerhalb und innerhalb von geschlossenen Ortschaften.
Hier gilt ab 41 km/h außerhalb und 31 km/h innerhalb neben einer Geldstrafe und Punkte in Flensburg ein Fahrverbot von 1 Monat. Das steigert sich dann zu 61 km/h außerhalb und 51 km/h innerhalb zu einem Fahrverbot von 2 Monaten bis hin zu 70 km/h außerhalb und 61 km/h innerhalb, was ein Fahrverbot von 3 Monaten nach sich zieht.


Führerscheinentzug durch Alkohol am Steuer
Fest steht: Wenn man unter Alkoholeinfluss Auto fährt (egal wie wenig Alkohol da im Spiel ist) riskiert man sein eigenes Leben, das Leben vieler Verkehrsteilnehmer und man kann jederzeit seinen Führerschein abgenommen bekommen. Alkohol am Steuer ist kein Kavaliersdelikt. Betrunken Auto fahren, und sei es nur angetrunken, ist immer mit dem Risiko behaftet eine Sperrfrist von sechs Monaten bis zu fünf Jahren oder auf Dauer zu erhalten. Denn egal, bei welcher Menge Alkohol: Es darf dann die Frage erlaubt sein, ob der Führerschein Inhaber überhaupt verantwortungsvoll genug ist, ein Auto zu führen. Und ganz schnell heißt es dann: "Führerschein weg"!

Schließlich weiß niemand, ob beim nächsten mal nicht mehr Alkohol im Spiel ist, auch wenn der Fahrer immer das Gegenteil beteuert.

Ab 0,3 Promille gilt im Falle eines Unfalls: 7 Punkte mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe (bis 5 Jahre) und Führerscheinentzug (Sperrfrist 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer) / Ab 1,1 Promille im Falle eines Unfalls: 7 Punkte mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe (bis 5 Jahre) sowie Schadenersatz, Schmerzensgeld an die Unfallopfer und natürlich Führerscheinentzug.

Blutalkohol ab 0,3 – 0,5 Promille
  • Nicht Strafbar bei unauffälliger Fahrweise
  • Bei auffälliger Fahrweise oder Verkehrsunfall:
    - 7 Punkte und eine Geldstrafe / Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren
    - Fahrverbot zwischen 6 Monaten - 5 Jahren oder lebenslang
Blutalkohol ab 0,5 – 1,1 Promille
Fahrverbot und Bußgeld sofern keine Fahrunsicherheit festgestellt werden kann (§ 24a Abs. 1 StVG)
  • 1. Trunkenheitsfahrt: 4 Punkte, 500€ Bußgeld, Fahrverbot (1 Monat)
  • 2. Trunkenheitsfahrt: 4 Punkte, 1.000€ Bußgeld, Fahrverbot (3 Monate)
  • Merhmalige Trunkenheitsfahrt: 4 Punkte, 1.500€ Bußgeld, Fahrverbot (3 Monate)
Sollten Fahrunsicherheiten vorliegen:
  • 7 Punkte im Verkehrszentralregister und Geldstrafe
  • Führerscheinentzug (6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer)
Verkehrsunfall zur Folge:
  • 7 Punkte im Verkehrszentralregister; Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 5 Jahre)
  • Führerscheinentzug (6 Monate bis 5 Jahre oder lebenslang),
  • Schadenersatz, Schmerzensgeld und eventuell Rente an Unfallopfer

Blutalkohl ab 1,1 – 1,6 Promille
Egal, ob Fahrunsicherheiten vorliegen oder nicht:
  • 7 Punkte im Verkehrszentralregister; Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 5 Jahre)
  • Führerscheinentzug (6 Monate bis 5 Jahre oder lebenslang)
Verkehrsunfall als Folge:
  • 7 Punkte im Verkehrszentralregister; Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 5 Jahre)
  • Führerscheinentzug (Sperrfrist 6 Monate bis 5 Jahre oder lebenslang)
  • Schadenersatz; Schmerzensgeld und eventuell Rente an Unfallopfer.

Entzug der Fahrerlaubnis durch Drogen am Steuer

Fahren unter Drogeneinfluss wird genauso gewertet wie das Fahren unter Alkoholeinfluss. Aufgrund des Drogenkonsums kann ein Zweifel an der Fahrtüchtigkeit entstehen. Wenn dieser Zweifel besteht wird eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet. Fällt der Fahrer durch ist die Fahrerlaubnis weg. Bei Drogensüchtigen zweifelt die Führerscheinstelle bzw. das Amt grundsätzlich an der Eignung der Teilnahme des Betroffenen im Straßenverkehr.


Führerscheinentzug durch einen Unfall

Es kann auch passieren, dass durch Unfallflucht die Fahrerlaubnis entzogen wird. Wenn bei einem Sachschaden über 1500€ das Urteil vom Gericht Unfallflucht lautet, ist die Fahrerlaubnis weg.

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