Bußgeld & Punkte - Bußgeldkatalog

"Vorfahrt missachtet" - Bußgeld & Punkte

 
 

Bußgeld und Punkte in Flensburg für Tatbestände bei Nichtbeachtung der Vorfahrtsregeln gemäß Bußgeldkatalog.

 
 

 
 
 
 

 
 

Vorfahrtsregeln sollen der Gefahr von Unfällen entgegenwirken. Deshalb sind sie zwingend einzuhalten. Doch die Vorfahrt gewähren allein reicht nicht. Der betreffende Fahrer muss durch sein Fahrverhalten deutlich signalisieren, dass er die Vorfahrt gewähren wird - nämlich durch langsames Heranfahren an den Kreuzungsbereich.

Die Missachtung der Vorfahrt wird mit Bußgeldern und Punkten bestraft. In Härtefällen kann die Missachtung der Vorfahrt auch als Straftat nach § 315c StGB (Gefährdung des Straßenverkehrs) gewertet werden. Dann kann es sogar zu einer Freiheitsstrafe kommen und der Führerschein wird entzogen.

Die folgende Übersicht zeigt den Bußgeldkatalog für Vorfahrtsverstöße.

 
 
Verstoß
Bußgeld
Punkte
Fahrverbot
Vorfahrt missachtet mit Behinderung
Bußgeld 25 €
Punkte 0
Fahrverbot -
Vorfahrt missachtet mit Gefährdung
Bußgeld 70 €
Punkte 1
Fahrverbot -
Vorfahrt missachtet mit Unfall
Bußgeld 120 €
Punkte 1
Fahrverbot -
Zu schnell an eine Vorfahrtstraße herangefahren
Bußgeld 10 €
Punkte 0
Fahrverbot -
Stoppschild nicht beachtet mit Gefährdung
Bußgeld 70 €
Punkte 1
Fahrverbot -
An den Zebrastreifen zu schnell herangefahren, obwohl ein Fußgänger diesen nutzen wollte
Bußgeld 80 €
Punkte 1
Fahrverbot -
An beschilderten Engstellen Entgegenkommenden den Vorrang nicht gewährt
Bußgeld 5 €
Punkte 0
Fahrverbot -
 
 

Vorfahrt genommen - eine der häufigsten Verkehrssünden

 
 

Nach Falschparken und überhöhter Geschwindigkeit belegt die missachtete Vorfahrt Platz 3 in der Statistik der häufigsten Verkehrssünden (Kraftfahrt Bundesamt). Rechts vor links, Vorfahrtsschilder oder rote Ampeln zu ignorieren ist extrem gefährlich und wird deshalb mit Bußgeldern bis zu 360 €, vier Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot bestraft.

Häufig treten Vorfahrtsdelikte auch im Zusammenhang mit nicht gesetztem Blinker auf. Die Blinkfaulheit auf deutschen Straßen nimmt zu. Rund 65.000 Bußgeldverfahren wegen falschen Abbiegens und Wendens verzeichnet das Kraftfahrt Bundesamt jährlich. Macht zusammen mit den rund 390.000 Verstößen wegen Vorfahrtsmissachtung knapp eine halbe Million Bußgeldverfahren.

 
 
Was heißt Vorfahrt?

Damit nicht jeder fährt wie es ihm gerade passt, wurden die Verkehrsregeln erfunden. Ein ganz wichtig Bestandteil dieser Regeln ist das Vorfahrtsrecht (§ 8 StVO). Es regelt in welcher Reihenfolge Verkehrsteilnehmer ihre Fahrt fortsetzen dürfen.

Das Verkehrszeichen 306 zeigt an, dass man sich auf einer Hauptstraße befindet. Hier gilt Vorfahrt. An Ampelkreuzungen signalisiert rotes Licht, dass man anhalten und Vorfahrt gewähren muss, bei anderen Straßen zeigen dies entweder das Stoppschild (206) oder das Vorfahrt-achten-Schild (205) an. Bei gleichberechtigten Straßen gilt rechts vor links. Hat man keine Vorfahrt muss man langsam an den Kreuzungsbereich heranfahren.

Vorfahrt muss man ebenfalls bei Einfahrt in den fließenden Verkehr, beispielsweise von einer Parkbucht am Straßenrand, beachten. Zudem ist jeder Spurwechsel oder die Absicht abzubiegen durch den Blinker anzuzeigen (§ 9 StVO).

 
 

Vorfahrt missachtet ohne Unfall

Schon wer zu schnell an eine Vorfahrtsstraße heranfährt riskiert ein Bußgeld von 10 €. Bei Vorfahrtsmissachtung mit Behinderung drohen 25 € Bußgeld. Kommt eine Gefährdung hinzu erhöht sich das Bußgeld auf 50 €, es gibt 3 Punkte in Flensburg und 1 Monat Fahrverbot. Je nach Schwere der Tat (grob verkehrswidriges und rücksichtsloses Verhalten) drohen zu dem Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren und Führerscheinentzug (gemäß § 315c StGB).

Beim Überfahren einer roten Ampel hängt die Strafe davon ab, wie viel Sekunden die Ampel schon rot war. 90 € und 3 Punkte gibt’s beim Umschalten auf Rot. Wird der Straßenverkehr dadurch gefährdet sind es 200 €, 4 Punkte und 1 Monat Fahrverbot sowie je nach Schwere Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren und Führerscheinentzug.

 
 

Vorfahrt missachtet mit Unfall

Wer eine rote Ampel überfährt und dadurch einen Unfall verursacht, muss 240 € Bußgeld bezahlen, kassiert 4 Punkte und muss seinen Führerschein für einen Monat abgeben. Dauerte die Rotphase bereits länger als 1 Sekunde sind 360 € Bußgeld fällig. In beiden Fällen droht je nach Schwere der Tat auch Geld- oder Freiheitstrafe bis zu fünf Jahren sowie Führerscheinentzug.

Per Personenschaden kommt der Fall immer zur Staatsanwaltschaft. Die ermittelt dann, ob es sich um fahrlässige Körperverletzung, also um eine Straftat, handelt. Wird man schuldig gesprochen drohen 3 Jahre Haft.
 
 

Abbiegen nur mit Blinker

Genauso wichtig wie zu wissen, wer zuerst fahren darf, ist es zu wissen, wohin wer fahren möchte. Um anzuzeigen, wenn man abbiegen oder die Spur wechseln möchte, gibt es den Blinker. Die Benutzung ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 9 StVO). Die Strafen reichen von 10 € bis 70 € Bußgeld und 2 Punkten.

Besonders tückisch im Straßenverkehr sind Linksabbieger ohne Blinker. Unfälle mit dann links überholenden Pkw sind sehr häufig. Die Schuld liegt hier in der Regel beim Linksabbieger, der sein Abbiegewunsch nicht angezeigt hat und sich demnach nicht durch zweimaligen Rückblick versichert hat, dass die Richtung ungefährdet geändert werden kann.

 
 

Vorfahrt missachtet in der Probezeit

Wer einen Führerschein auf Probe hat und einem A-Verstoß begeht (dazu zählt Vorfahrtsmissachtung mit Gefährdung) muss mit einer Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre und der Absolvierung einer Nachschulung rechnen.