Abgasuntersuchung ein Teil der Hauptuntersuchung

Die Abgasuntersuchung

 
 

Seit 2010 ist die Abgasuntersuchung (AU) Bestandteil der Hauptuntersuchung (TÜV). Eine separate AU-Plakette gibt es nicht mehr. Bei Fahrzeugen ohne TÜV bzw. AU droht den Haltern ein Bußgeld in Höhe von bis zu 40 € und zwei Punkte in Flensburg.

 
 

Die Abgasuntersuchung als Bestandteil der Hauptuntersuchung ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben (§ 29 StVO). Vor 2010 wurden HU und AU noch getrennt voneinander behandelt. Es gab jeweils eine HU-Prüfplakette (hinten am Kennzeichen) und eine AU-Prüfplakette (vorne am Kennzeichen). Auf der AU-Prüfplakette konnte man – genau wie bei der HU-Prüfplakette – Monat und Jahr der letzten Untersuchung ablesen. Zudem hatten die Plaketten jedes Jahr andere Farben. Fahrzeuge ohne gültige Abgasuntersuchung konnten so noch leichter identifiziert werden. Fahrzeuge ohne Katalysator (Kat)mussten jedes Jahr zur AU, Fahrzeuge mit Kat alle zwei Jahre.

 
 
 
Abgasuntersuchung warum?
 
 

Mit der regelmäßigen AU wird die Umweltverträglichkeit der Fahrzeuge gemessen und festgestellt, ob das Abgasverhalten im Normbereich liegt. Deshalb nennt sich die AU auch Umweltverträglichkeitsprüfung.

Fahrzeuge ohne Kat sind deshalb in Deutschland heutzutage gar nicht mehr zugelassen, ausgenommen Oldtimer. Denn ohne Katalysator wären die Schadstoffemissionen zu hoch und die Umweltbelastung zu groß. Deshalb hat der Gesetzgeber auch bestimmte Grenzwerte für Abgase festgelegt. Bei Fahrzeugen mit Euro-4-Norm gelten verschärfte Grenzwerte.

Die Schadstoffe im Abgas des Otto-Motors – im Wesentlichen sind das Kohlenmonoxid (CO), Kohlenwasserstoffe (HC) und Stickoxide (NOx) – werden mittels einer Sonde im Auspuff gemessen. Diesel-Motoren produzieren vor allem Rußpartikel. Hier ist der sogenannte Trübungswert (k-Wert) entscheidend. Die Messung erfolgt optisch. Die Wellenlänge des Lichts wird gemessen, dass sich je nach Anzahl und Größe der Rußpartikel unterschiedlich bricht.

Moderne Autos verfügen über die sogenannte On-Board-Diagnose (OBD), eine Art Selbstüberwachung. Hier erfolgt die AU durch den OBD-Diagnosestecker, der lediglich den Fehlerspeicher des Systems ausliest. Wurden keine Fehler bezüglich Abgasregelung dokumentiert, gilt die AU als bestanden. Sobald jedoch ein Fehler verzeichnet wurde, wird die konventionelle AU durchgeführt.

 
 
AU wie oft?
 
 

Die Abgasuntersuchung wird zusammen mit der HU alle zwei Jahre durchgeführt, bei Neufahrzeugen erstmals nach drei Jahren (Pkw). Motorräder, egal ob neu oder gebraucht, werden alle zwei Jahre gecheckt. Lkw über 3,5 t Gesamtgewicht und Busse müssen jedes Jahr zur HU.

 
 

AU einzeln?

 
 

Die Abgasuntersuchung kann auch unabhängig von der Hauptuntersuchung durchgeführt werden, maximal jedoch einen Monat vor dem HU-Termin. Die AU-Bescheinigung muss dann bei der HU vorgelegt werden. Wird die Frist von einem Monat zwischen AU und HU überschritten, ist die AU ungültig uns muss im Zusammenhang mit der HU wiederholt werden.

 
 
AU nicht bestanden
 
 

Werden die vorgeschrieben Grenzwerte überschritten, gilt die AU als nicht bestanden. Ohne AU ist jedoch die HU nicht vollständig und das Auto bekommt keine TÜV-Plakette. Entsprechende Reparaturen müssen gemacht und die AU erneut durchgeführt werden.

 
 

AU Kosten

 
 

Die Kosten für die HU, inklusive AU, sind je nach Werkstatt oder direkt bei TÜV, Dekra oder GTÜ unterschiedlich. Sie liegen je nach Fahrzeugtyp und –alter zwischen 69 € und 120 €. Die AU einzeln kostet zwischen 20 € und 75 €.

 
 

Tipps für die Abgasuntersuchung

 
 
  • KAT: Nur ein funktionierender Katalysator sorgt für eine erfolgreiche AU. Ein erster Austausch kann nach 100.000 km fällig sein.
  • KOSTEN: Um Kosten zu sparen, sollten Sie die AU im Rahmen einer Reparatur oder Inspektion durchführen lassen, denn: Werden Mängel festgestellt muss das Fahrzeug ohnehin in die Werkstatt.
  • FEHLZÜNDUNG: Lassen Sie den Motor regelmäßig in der Werkstatt warten, da eine falsche Motoreinstellung zu Kat-Schäden führen kann.
  • ANSCHIEBEN: Wenn der Motor nicht anspringt, auf keinen Fall anschieben. Unverbranntes Benzin setzt sich sonst in den feinen Lamellen des Katalysators ab. Besser abschleppen lassen und in die Werkstatt bringen.
  • ON-BOARD-DIAGNOSE (OBD): Durch die On-Board-Diagnose werden Fehlfunktionen, die dazu führen, dass die festgelegten Abgas-Grenzwerte überschritten werden, erkannt und dem Fahrer durch die Kontroll-Lampe angezeigt. Erhöhter Kraftstoffausstoß und drohende Katalysatorschäden können verhindert werden, wenn sie umgehend einen Kfz-Meisterbetrieb aufsuchen.