Tipps für Fahranfänger bei der Versicherung

Das erste Auto: So können Fahranfänger Kfz-Versicherung sparen

 
 

Für die meisten Jugendlichen ist der Autoführerschein ein absolutes Muss. Sind theoretische und praktische Prüfung erfolgreich gemeistert, soll am besten sofort ein eigenes Auto her. Hier fangen die Fragen an: Welches Modell soll es sein? Was kostet der Unterhalt? Mit der richtigen Auto-Wahl und weiteren Spar-Kniffen können Fahranfänger besonders bei der Kfz-Versicherung viel Geld sparen.

 
 

Einer Auswertung des unabhängigen Vergleichsportals CHECK24 zufolge bevorzugen Führerscheinneulinge besonders Pkw von VW, Opel und Ford. Die Untersuchung erstreckt sich auf den Zeitraum 2011 und 2012. Berücksichtigt wurden junge Fahrer bis 21 Jahre, die über das Portal eine Kfz-Versicherung abschlossen. Doch wer bei den beliebten Marken zu den Klassikern Golf, Astra oder Fiesta und Ka greift, muss ordentlich blechen.

 
 
 

Der Grund: Diese Modelle fahren in Deutschland zuhauf herum. Besonders junge Leute mögen die günstigen, kleinen und wendigen Flitzer. Doch viele Fahrzeuge von einem Modell auf den Straßen verursachen statistisch gesehen auch viele Unfälle. Das schmeckt den Kfz-Versicherern nicht - sie ermitteln jedes Jahr die Unfallbilanz jedes Automodells und "bestrafen" Unfallsünder mit einer negativen Typklasse. Diese Klasse bestimmt zu einem wesentlichen Teil die Versicherungsprämie mit.

 
 

Versicherungsprämien steigen seit Jahren

 
 

Dabei sind die Versicherungsprämien gerade bei den 18-Jährigen grundsätzlich recht hoch - und sie sind in den vergangenen Jahren im Schnitt ständig gestiegen. Zahlte ein gerade volljährig gewordener Autofahrer, der über das Vergleichsportal eine Kfz-Versicherung abgeschlossen hatte, 2008 noch rund 1.222 Euro Jahresbeitrag, waren es 2012 bereits fast 1.750 Euro.

Günstiger wird es für alle, die ein begleitetes Fahren ab 17 Jahren oder ein Fahrsicherheitstraining hinter sich haben. Sie haben damit bereits erste Fahrpraxis gesammelt und wurden von erfahrenen Autofahrern "angelernt" - das honorieren die Versicherungsgesellschaften mit einer günstigeren Versicherungsklasse. Auch Geduldige zahlen weniger Versicherung. Wer erst drei Jahre nach dem Führerscheinerwerb den ersten eigenen Wagen auf sich zulässt und versichert, gilt ebenfalls nicht mehr als Fahrneuling - und erhält von gleich eine bessere Schadenfreiheitsklasse.

 
 

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Lieber auf Exoten setzen
 
 

Außerdem kann es sich finanziell lohnen, auf einen Exoten mit einer besseren Typklassifizierung als Erstwagen zu setzen. Die Blicke der anderen Verkehrsteilnehmer sind einem dann sowieso sicher. Wer auch die weiteren Punkte auf der Auto-Checkliste beherzigt, hat so gut wie gewonnen:

Bei einem älteren Wagen stören ein paar Kratzer nicht mehr. Und bei einem Fahrzeugwert von unter 1.500 Euro reicht meist auch eine Kfz-Haftpflichtversicherung aus. Teil- und Vollkasko lohnen sich dann nicht wirklich
Weniger PS sind manchmal mehr - die Motorleistung treibt die Prämie
Ein gepflegter und regelmäßig gewarteter Wagen ist nicht spotbillig, dafür sind teure Reparaturen in naher Zukunft unwahrscheinlich

Gerade in den ersten Jahren nach dem Führerschein ist der Versicherungsschutz für das eigene Auto trotz allem happig. Das liegt auch an der Einstufung in eine ungünstige Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse), die Fahranfänger von den Autoversicherungen bekommen. Wer wenig Fahrpraxis hat, kann in diesem System noch nicht von den üppigen Rabatten profitieren, die die Versicherer erfahrenen Autofahrern für langes unfallfreies Fahren einräumen.

 
 

Die Familie kann beim Sparen helfen

 
 

Doch es gibt mehrere Schlupflöcher, die Fahranfänger nutzen können. Wird das Auto etwa über die Eltern als Zweitfahrzeug oder im Rahmen einer Familienpolice versichert, sieht die SF-Klasse gleich viel besser aus. Denn dann werden die Eltern als Referenz herangezogen. Der Anfänger muss aber als Fahrer im Versicherungsvertrag eingetragen sein - sonst darf er mit dem Wagen nicht fahren. Einen weiteren Haken hat die Sache noch: Da er nicht der Versicherungsnehmer ist, bekommt der Fahranfänger keine Rabatte für erfahrene SF-Jahre gutgeschrieben.

Anders sieht es aus, wenn Verwandte ihre FS-Rabatte an den Führerschein-Neuling abtreten. Doch auch hier gibt es Einschränkungen. Es können maximal so viele Jahre gutgeschrieben werden, wie der junge Fahrer bereits den Führerschein besitzt. Ein "Restguthaben" verfällt. Und: Der Schenkende verliert seine Boni und fängt wieder bei 0 an.

Autor: Sascha Rhode