Idiotentest = MPU

Der „Idiotentest" – Idioten auf dem Prüfstand?

 
 

Nach über 230 Mal Falschparken wurde bei P. Schild (Name geändert, Anm. d. Red.) der Führerschein eingezogen und ein Idiotentest angeordnet. Der Test sollte jedoch nicht seine Intelligenz überprüfen. Denn eigentlich heißt der Idiotentest Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) und soll die Fahreignung der betroffenen Person beurteilen. Im Volksmund sagt man zur MPU jedoch immer nur Idiotentest. Warum nur?

 
 

Laut Google gibt es unglaublich viele Idiotentests online. Wer diesen Begriff in die Suchmaschine eingibt, erhält über 340.000 Ergebnisse. Wahnsinn!

Ob sich mit diesen Tests auch tatsächlich alle Idioten identifizieren lassen? Keine Ahnung! Aus eigener Erfahrung können wir jedoch bestätigen: Es gibt ganz schön viele Idioten – besonders im Straßenverkehr. Das meinen wir natürlich im übertragenen Sinn. Denn wie wir ja wissen, geht es nicht hier nicht um Gehirnkapazitäten, sondern um die Eignung für das Führen eines Fahrzeugs.

 
 
 

Wieso eigentlich Idiotentest?

 
 

Streng genommen trägt der Idiotentest, der eigentlich die MPU meint, diese Bezeichnung völlig zu unrecht. Nur weil man früher einmal der Meinung war, dass jemand der drei Mal durch die praktische Führerscheinprüfung gerasselt war, einfach zu blöd zum Autofahren sei und denjenigen dann zur MPU schickte. Davon ist man jedoch schnell abgekommen, als man merkte, dass vor allem Alkohol- und Drogenkonsum die Unfälle verursachte und nicht mehrmaliges Durchfallen bei der praktischen Fahrprüfung.

Deshalb sind Alkohol- und Drogendelikte im Straßenverkehr auch der Hauptgrund, warum bei Verkehrssündern die MPU angeordnet wird. Solche Personen gefährden die Sicherheit im Straßenverkehr und es bestehen berechtigte Zweifel, ob solche Leute überhaupt ein Fahrzeug führen sollten. Und die MPU soll genau das klären. Sie besteht aus einem medizinischen und einem psychologischen Teil. Im medizinischen Teil überprüft ein Arzt mittels Gesundheits- und Reaktionstests, ob die körperlichen Voraussetzungen zum Autofahren erfüllt sind. Die persönliche Einstellung zum Fehlverhalten soll dann im psychologischen Teil der MPU festgestellt werden. Ein Psychologe stellt gezielt Fragen, um herauszufinden ob die betroffene Person Fehler erkannt hat, einsichtig ist und Verhaltensänderungen vornimmt. Die Fragen sind speziell auf die Problematik des Prüflings abgestimmt. Das heißt, ein Fahrer mit Alkoholproblem bekommt andere Fragen gestellt als ein notorischer Raser. Eingebaute Fallen wie z.B. der „Kugeltest“, bei dem die Person Kugeln übereinander stapeln soll, geben der Bezeichnung Idiotentest natürlich zusätzlich Nahrung, gehören aber ins Reich der Mythen.

 
 

MPU = Idiotentest

Der Idiotentest, äähm die MPU, ist also personenspezifische Untersuchung ohne Intelligenztest. Es geht einzig um den Führerschein. Das merkt man allein daran, dass viele Idioten Auto fahren. Warum hält sich dann die Bezeichnung Idiotentest so hartnäckig in den Köpfen der Menschen, wenn von der MPU die Rede ist? Nun, ein Idiot ist auch ein rücksichtloser, beratungsresistenter und unverbesserlicher Mensch. Jemand, der aus Fehlern nicht lernt. Das bringt uns zurück zum Falschparken: Über 230 Knöllchen sind schon eine „außergewöhnliche“ (Intelligenz)Leistung. Viel idiotischer sind jedoch Verkehrssünder, die durch Alkohol- und Drogenkonsum auffallen.
Übrigens, eine MPU ist nicht gerade billig: Die Kosten liegen je nach Verkehrsverstoß zwischen 330 und 720 Euro. Idiotisch, wer es darauf ankommen lässt!