Alkohol am Steuer- Don't drink and drive!

Promillegrenzen in Deutschland

 
 
 
 

Bei etwa 10 Prozent aller Verkehrstoten in Deutschland ist Alkohol im Spiel. Die Strafen für Trunkenheitsfahrten sind deshalb entsprechend hoch. Wessen Führerschein wegen zu viel Promille entzogen wurde, erlangt ihn nur sehr schwer oder gar nicht zurück.
Trotz Promillegrenze ist die beste Lösung: Auto stehen lassen und Taxi fahren.

 
 

Die Wirkung von Alkohol ist hinlänglich bekannt. Dennoch setzen sich immer wieder Menschen nach dem Genuss von Alkohol selbst hinters Steuer, anstatt mit dem Taxi zu fahren. Auch die empfindlichen Strafen scheinen nicht jeden abzuschrecken.

 
 

Strafen bei Alkohol am Steuer

Wer alkoholisiert im Straßenverkehr auffällig wird (Schlangenlinien fahren, etc.) oder gar einen Unfall verursacht, begeht eine Straftat. Die Folge sind 7 Punkte in Flensburg, eine Geld- oder Freiheitsstrafe und Führerscheinentzug. Das gilt übrigens auch für ansonsten unauffällige Fahrer, die aber mit 1,1 Promille und mehr angehalten werden.

Wer unter Alkoholeinfluss, jedoch ohne erkennbare Auswirkungen auf den Straßenverkehr, ein Fahrzeug lenkt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Das wiederum bedeutet 3 Monate Fahrverbot, 4 Punkte in Flensburg und bis zu 3000 € Geldbuße.

 
 
 

Promillegrenzen in Deutschland

 
 

Bis 0,5 Promille sind erlaubt. Allerdings zeigt der Alkohol bereits ab 0,3 Promille Wirkung. Das wurde in vielen Tests nachgewiesen und deshalb ist dieser Blutalkohol-Wert auch die in Deutschland strafrechtlich relevante Grenze. Ab 1,1 Promille gilt man als absolut fahruntauglich.

 
 

Promille

Keine Anzeichen von Fahruntauglichkeit

Anzeichen von Fahruntauglichkeit / Unfall

ab 0,3

  • straffrei
  • 7 Punkte
  • Geld- oder Freiheitsstrafe (bis 5 Jahre)
  • Führerscheinentzug

ab 0,5

  • 4 Punkte
  • bis zu 3000 € Geldbuße
  • bis zu 3 Monate Fahrverbot
  • 7 Punkte
  • Geld- oder Freiheitsstrafe (bis 5 Jahre)
  • Führerscheinentzug

 

Ab 1,1

  • 7 Punkte
  • Geld- oder Freiheitsstrafe (bis 5 Jahre)
  • Führerscheinentzug
  • 7 Punkte
  • Geld- oder Freiheitsstrafe (bis 5 Jahre)
  • Führerscheinentzug

 

 
 

0,0 Promillegrenze für Fahranfänger

 
 

In der Probezeit bzw. bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres ist Alkohol am Steuer absolut tabu. Bei Verstoß bis 0,5 Promille ohne Fahrauffälligkeiten droht eine Geldbuße von 250 €. Außerdem gibt’s 2 Punkte in Flensburg und das wiederum bedeutet: Absolvierung eines Aufbauseminars für Fahranfänger (ASF) bevor man wieder fahren darf.
Sollte ein höherer Alkoholwert vorliegt, drohen neben ASF gleiche Strafen wie bei anderen Verkehrsteilnehmern.

 
 

Führerscheinentzug wegen Alkohol

 
 

Nicht umsonst ist der Führerscheinentzug wegen Alkohol gefürchtet. Die Fahrerlaubnisbehörde stellt einen neuen Führerschein nur unter ganz bestimmten Bedingungen aus. Sie fordert den Nachweis über Nachschulungen und ggf. eine erfolgreich bestandene Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU). Diese Auflagen hängen ab vom Promillewert und den Begleitumständen (Unfall, Wiederholungstäter, etc.). Ab 1,6 Promille wird generell die MPU angeordnet.

Für die MPU-Gutachter gilt zunächst immer der Generalverdacht des Alkoholmissbrauchs. Der Delinquent muss nun nachweisen, dass es sich bei seiner Alkoholfahrt um einen einmaligen Vorfall handelte. Durch gezielte Fragestellungen werden potentielle Widerholungstäter oder Uneinsichtige gefiltert, die dann natürlich nicht bestehen. Je nach Schwere des Falls müssen zudem völlige Abstinenz oder sogenanntes Kontrolliertes Trinken nachgewiesen werden.

Nur rund jeder Zweite besteht die MPU. Voraussetzungen für ein erfolgreiches Ergebnis sind gründliche Vorbereitung und im besten Fall einfach Ehrlichkeit.

 
 

Gefahr Restalkohol: Wie schnell werden die Promille abgebaut?

 
 

Nach einer langen Partynacht ist die Wahrscheinlichkeit von Restalkohol im Blut sehr hoch. Der wird hauptsächlich von der Leber abgebaut: bei Männern etwa 0,15 Promille Alkohol pro Stunde und bei Frauen circa 0,13 Promille. Erst nach vier bis fünf Stunden ist demzufolge ein Wert von 0,5 Promille Alkohol abgebaut. Vorsicht also beim Autofahren am Morgen danach.

Grundsätzlich baut jeder Mensch Alkohol unterschiedlich schnell ab. Das hängt im Wesentlichen ab von Geschlecht, Alter und Gewicht. Es gibt auch keine Methoden wie Übergeben, viel Wasser oder Kaffee trinken geschweige denn Pillen, um den Alkohol schneller abzubauen. Es hilft allein die Zeit.

 
 
Unfall unter Alkoholeinfluss
 
 

Wer unter Alkoholeinfluss einen Unfall baut, muss mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen. Neben strafrechtlichen Folgen wie hoher Geldstrafe oder Freiheitstrafe und Führerscheinentzug droht auch Ärger mit der Versicherung. Die kann Regress für den Schadensersatz an Dritte fordern. Das kann in besonders schweren Fällen bis zu 10.000 € ausmachen.

Kommen bei dem Unfall Person zu Schaden oder werden gar getötet, kommt ggf. der Straftatbestand der fahrlässigen Körperverletzung bzw. fahrlässigen Tötung hinzu. Es drohen Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren.

 
 
Wie wird Alkohol nachgewiesen?
 
 

Bei einer Verkehrskontrolle hat die Polizei grundsätzlich nur eine Möglichkeit Alkoholkonsum nachzuweisen: Mit entsprechenden Messgeräten (Blasgerät, Blasröhrchen) kann der Alkoholgehalt in der Atemluft ermittelt werden. Nach Alkoholgenuss findet in den Lungenbläschen ein Gasaustausch zwischen der Atemluft und dem aufgenommen Alkohol statt. Der Blutalkohol wird vom Sauerstoff aufgenommen und beim Ausatmen wieder abgegeben. So können Rückschlüsse auf die Blutalkoholkonzentration gezogen werden.

Der Atemalkohol kann durch drei unterschiedliche Messverfahren ermittelt werden: durch einen Halbleitersensor, der auf Alkohol mit unterschiedlicher Leitfähigkeit reagiert, durch einen Infrarotsensor, der auf eine bestimmte Licht-Wellenlänge reagiert, die sich bei Ethanol verkürzt, oder durch einen elektrochemischen Sensor, der ähnlich wie eine Batterie funktioniert. Der Alkohol verändert dabei den Elektrodenstrom.

Da die Bestimmung des Atemalkohols nicht ganz fehlerfrei ist - andere Gase und Stoffe wie Methanol, Kohlenmonoxid oder Ammoniak können das Ergebnis beeinflussen – wird zur genauen Überprüfung des Blutalkohol-Wertes Blut vom Betroffenen genommen. Die Blutprobe wird anschließend auf ihren Ethanolgehalt überprüft. Danach wird mit einer speziell entwickelten Formel Der Alkoholgehalt in g/kg bzw. g/l (Promille) berechnet.

 
 
Blutalkoholwert als Beweismittel vor Gericht
 
 

Da die Atemalkoholmessung ungenau ist, gilt nur die Blutprobe vor Gericht als zulässig. Allerdings dürfen Blutproben in Deutschland nur noch mit richterlicher Erlaubnis durchgeführt werden. Die Polizeibeamten dürfen also nicht unmittelbar bei Verdacht auf Trunkenheit am Steuer den Delinquenten zur Blutentnahme ins nächste Krankenhaus bringen. Die Blutalkoholkonzentration (BAK) zur Tatzeit wird dann durch allgemein gültige Abbauwerte zurückgerechnet.

Je länger der Zeitraum zwischen Tatzeit und Blutentnahme, desto schwieriger wird es jedoch, die zur Tatzeit bestehende Blutalkoholkonzentration (BAK) festzustellen. Vor allem wenn der Betroffene nach der Tatzeit in kurzer Zeit größere Mengen Alkohol zu sich nimmt (Nachtrunk), ist die nachträgliche Bestimmung der BAK nicht mehr möglich.

 
 
Promillerechner online

Nach dem Alkotest-Automaten in der Disco, den Einwegtests aus der Apotheke gibt es nun auch Promillerechner online. Im Internet findet man zahlreiche Webseiten mit Alkoholtests. Allerdings funktionieren diese Promillerechner nur über die freiwillige Angabe von persönlichen Daten. Durch Informationen wie Alter, Geschlecht, Körpergröße und Gewicht sowie Getränkeart und Trinkmengen berechnen die Online-Alkotests die Blutalkoholkonzentration. Doch Vorsicht: Es handelt sich hierbei nur um ungefähre Werte für gesunde Erwachsene. Die Angaben sollten keinesfalls dazu dienen, um darüber zu entscheiden, ob man noch Auto fahren darf oder nicht.