Psychologische Untersuchung bei der MPU

Der psychologische Teil der MPU

 
 

Einfach Reue zeigen, dann klappt das schon! – wer so denkt, hat gute Chancen den etwa einstündigen psychologischen Test nicht zu bestehen. Ein sehr deutliches Indiz für ein negatives Ergebnis ist etwa die Beendigung des Gesprächs bereits nach wenigen Minuten. Die Psychologen sind geschult, Wahrheit und Unwahrheit bzw. echte Reue und den wirklichen Willen zur Verhaltensänderung zu erkennen.

 
 

Um Ihr Verhalten richtig einordnen zu können, muss der Psychologe Ihre ganze Persönlichkeit kennen.

Daher werden Ihnen zunächst Fragen zum Lebenslauf (Elternhaus, Ausbildung, Beruf, Familienstand, Kinder, finanzielle Verhältnisse, Trinkgewohnheiten, Operationen, etc.) gestellt. Anschließend erörtern Sie gemeinsam mit dem Psychologen Ablauf und Ursachen etwaiger Gesetzesverstöße und die von Ihnen daraus gezogenen Lehren.

 
 
 
Video: Einführung zum psychologischen Untersuchungsgespräch
 
 
 
 

Besonderheit bei Alkohol- und Drogendelikten

 
 

Damit der Gutachter beurteilen kann, ob von Ihrem Umgang mit Alkohol oder Drogen kein Risiko für die Verkehrsteilnahme mehr ausgeht, werden

  • Ihr Alkohol- oder Drogenkonsum der Vergangenheit und Gegenwart eingehend besprochen
  • Ihre Überlegungen für Ihren zukünftigen Umgang mit Alkohol oder Drogen und
  • Ihre Vorkehrungen zum Schutz vor einem Rückfall in die früheren Verhaltensweisen erörtert.

Besonderheit bei verkehrsrechtlichen oder strafrechtlichen Auffälligkeiten

  • Damit der Gutachter beurteilen kann, ob von Ihnen zukünftig kein erhöhtes Risiko für die Verkehrssicherheit mehr ausgeht, werden
  • die Ursachen der einzelnen Verkehrs- bzw. Gesetzesverstöße erörtert
  • Ihre Überlegungen für Ihr zukünftiges Verhalten im Straßenverkehr erfragt
  • die Konsequenzen behandelt, die Sie aus Ihren Delikten gezogen haben und Ihre Vorkehrungen zum Schutz vor einem Rückfall in die früheren Verhaltensweisen besprochen.
 
 

Ein positives Ergebnis bzw. eine erfolgreiche MPU hängt entscheidend davon ab, ob Sie dabei mitwirken, alle erforderlichen Fragen zu klären. Mangelnde Kooperationsbereitschaft ist daher absolut hinderlich. Sie sollten die Zeit nutzen, um alle wichtigen Dinge mitzuteilen, die Ihnen für die Beurteilung wichtig erscheinen. Haken Sie ein, wenn Sie etwas nicht verstanden, um Missverständnisse auszuräumen. Scheuen Sie sich nicht Rückfragen zu stellen.

Das psychologische Untersuchungsgespräch wird vom Gutachter protokolliert. Das Gesprächsprotokoll wird als Befund im Gutachten aufgenommen. Sofern es möglich ist, erhalten Sie unmittelbar nach der Begutachtung eine Sachstands- oder erste Ergebnismitteilung. Sollte Ihr Gutachtenergebnis nicht positiv ausfallen, gibt Ihnen der Gutachter Hinweise, welche Schritte zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis sinnvoll wären. Das Gutachten wird Ihnen in der Regel innerhalb von 10 Werktagen zugestellt, es sei denn, Sie wünschen eine direkte Übersendung des Gutachtens an Ihre Fahrerlaubnisbehörde (Richtlinien der MPU).