Wann muss ich zur MPU?

Wann zur MPU? - Der Weg zurück zum Führerschein

 
 

Wird bei einem Fahrzeugführer eine Medizinisch Psychologischen Untersuchung (MPU) angeordnet, bestehen entweder erhebliche Bedenken, was dessen körperliche und geistige Eignung betrifft, oder er oder sie hat erheblich oder wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder gegen Strafgesetze verstoßen.

 
 

Das MPU-Gutachten wird von dem für Sie zuständigen Straßenverkehrsamt angefordert. Sie müssen sich anschließend bei einer Begutachtungsstelle Ihrer Wahl zur MPU anmelden und die Prüfung absolvieren. Erst bei Vorlage eines positiven Gutachtens dürfen die Führerscheinstellen Ihnen eine Fahrerlaubnis erteilen bzw. Ihren alten Führerschein wieder aushändigen.

 
 
 
Video: Kurzinfos zur MPU
 
 
 
 

Die MPU führen amtlich anerkannte Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) durch – das können der TÜV, die Dekra oder die Gesellschaft für Arbeits-, Verkehrs und Umweltsicherheit Avus sein. Sie müssen Ihrer Führerscheinstelle nur mitteilen, bei welcher Stelle Sie die MPU machen. Für einen ersten Überblick rät der ADAC zu einem kostenlosen Informationsabend, den viele Stellen anbieten. Eine Liste von Begutachtungsstellen führt die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) auf ihrer Website.

 
 
Wichtig:
 
 

Sie sind letztlich der Auftraggeber des Gutachtens und tragen die Kosten. Sollten Sie Zweifel am Gutachten haben, ist es sinnvoll dieses von einem spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen. Denn wenn es auf Grund eines negativen Gutachtens zu einer Versagung der beantragten Fahrerlaubnis kommt, wird diese Versagung bis zu fünfzehn Jahre im Verkehrszentralregister gespeichert. Außerdem bleibt ein negatives Gutachten für die Dauer von zehn Jahren in der Führerscheinakte des Betroffenen. Im Fall der MPU Verjährung kann dies von großer Bedeutung sein. Diese setzt nämlich nach 10 Jahren ein, aber nur dann wenn während dieser Frist keine Versuche unternommen worden, den Führerschein wiederzuerlangen. Es kann daher im Einzelfall sinnvoll sein, ein negatives Gutachten nicht bei der Fahrerlaubnisbehörde vorzulegen, und stattdessen etwa den Antrag auf Erteilung einer Fahrerlaubnis unverzüglich zurückzunehmen.

 
 

Bei folgenden Verstößen/Delikten wird eine MPU angeordnet

 
 

Fast 100.000 Verkehrsteilnehmer mussten laut BASt im Jahr 2011 zur MPU. In mehr als der Hälfte der Fälle war Trunkenheit am Steuer der Anlass. Rund 20 Prozent der MPUs waren die Folge von Drogendelikten. Anderweitig Verkehrsauffällige wie Raser und Drängler machten etwa 16 Prozent der MPU-Betroffenen aus.

MPU bei Alkohol und Drogen

  • Ein Verkehrsteilnehmer ist mehrfach durch Trunkenheit am Steuer aufgefallen.
  • Ein Verkehrsteilnehmer nimmt aktiv mit einer Blutalkoholkonzentration von mehr als 1,6 Promille an dem Straßenverkehr teil (dies gilt auch für Fahrradfahrer!)
  • Auffälligkeiten im Straßenverkehr im Zusammenhang mit Drogen


MPU bei Punktekonto in Flensburg

  • Ein Verkehrsteilnehmer erreicht 8 Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg.
  • MPU bei Alkohol und Punkten
  • Kombination aus Trunkenheitsfahrt und zu vielen Punkten


Zur MPU bei bestimmten Gegebenheiten

  • Auch bestimmte Straftaten, körperliche Gebrechen oder der Wunsch nach der vorzeitigen Erteilung einer Fahrerlaubnis können dazu führen, dass das Straßenverkehrsamt eine MPU fordert.
 
 

MPU-Reform 2014

 
 

Die MPU wird im Volksmund auch Idiotentest genannt. Der Grund: Die MPU hat ein schlechtes Image bei Verkehrssündern. Die Durchfallquote ist zu hoch und der der psychologische Test sei willkürlich. Man bekomme eigenartige Fragen gestellt, die mit einer Überprüfung der Fahreignung überhaupt nichts zu tun hätten.

Deshalb sollen zukünftig nur noch speziell ausgesuchte Experten eine Untersuchung durchführen dürfen. Zudem sollen die Untersuchungen mitgeschnitten werden, um im Streitfall besser aufklären zu können. Das Verfahren soll insgesamt transparenter werden.

Alle Informationen zur MPU-Reform finden Sie hier.