Geisterfahrer – die tödliche Gefahr

 
 

Falschfahrer - umgangssprachlich auch Geisterfahrer genannt - sind eine tödliche Gefahr. Es handelt sich um Autofahrer die entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung fahren (meist auf Autobahnen, Land- und Bundesstraßen). Jedes passieren dadurch viele schwere Unfälle, oftmals mit Todesfolge.

Hier erfahren Sie, was die Gründe für das Falschfahren sind, auf welchen Autobahnen die meisten Geisterfahrer unterwegs und wie sie sich richtig zu verhalten, wenn Ihnen ein Falschfahrer entgegen kommt.

 
 

5 Geisterfahrer pro Tag

 
 

Täglich gibt es im Radio in Deutschland etwa fünf Meldungen über Falschfahrer, rund 2000 sind es jedes Jahr.

Besonders gefährlich wird es auf Autobahnen, wo hohe Geschwindigkeiten gefahren werden. Kommt es hier zum Frontalzusammenstoß, verlieren die Insassen meistens ihr Leben.

 
 
 

Wie wird man zum Geisterfahrer?

 
 

Zum Geisterfahrer kann man schneller werden als man denkt. Schlechte Sichtverhältnisse und unübersichtliche Beschilderung spielen eine große Rolle. Doch es kann auch Absicht dahinter stecken.

  • unübersichtliche Beschilderung von Auf- und Abfahrten

  • unübersichtliche Beschilderung und Fahrbahnführung in Baustellen

  • starke Sichtbehinderung, etwa durch schlechte Wetterverhältnisse

  • Unachtsamkeit, zum Beispiel bei Trunkenheit im Verkehr

  • Wenden auf der Autobahn, nachdem irrtümlich aufgefahren oder eine Abfahrt verpasst wurde

  • Suizidabsicht

  • Mutprobe

  • Gewöhnung an Linksverkehr oder Rechtsverkehr

 
 

Geisterfahrer Statistik - Diese Autobahnen sind am gefährlichsten

 
 
Geisterfahrer Statistik nach Wochentagen. Datenquelle: ADACzoom
Geisterfahrer Statistik nach Wochentagen. Datenquelle: ADAC
 
 

Am häufigsten trifft man auf Autobahnen auf Falschfahrer. Rund 2000 Geistermeldungen sind es jedes Jahr. Oftmals sind dabei Autobahnen mit sehr kurzen Streckenlängen wie beispielsweise A 255, A 980 oder A 643 betroffen.
Der ADAC hat in einem Prüfverfahren im Jahr 2011 etwa 30 auffällige Autobahnen identifiziert. Deutlich wurde: es handelt sich häufig um Autobahnen mit dreistelligen Autobahn-Nummern, die Zubringer oder Verbindungsstrecken sind.


Sehr häufig sind Geisterfahrer auch auf Autobahnen mit einer hohen Anschlussstellendichte, wie sie etwa in Berlin, Hamburg oder Bremen zu finden sind. Weil sie besser ausgebaut und beschildert sind, gibt es auf ostdeutschen Autobahnen weniger Falschfahrer.

 
 
Die gefährlichsten Strecken
 
 

Autobahn

Richtung

A661

Darmstadt – Bad Homburg

A391

Braunschweig-Südwest – Gifhorn

A516

Oberhausen – Oberhausen-Eisenheim

A293

Oldenburg-West – Oldenburg-Nord

A98

Weil am Rhein – Tiengen

A562

Bonn-Rheinaue – Bonn-Ost

A559

Köln Porz – Köln Gremberg

A643

Mainz – Wiesbaden

A980

Waltenhofen – AD Allgäu

A255

Hamburg-Süd – Neue Elbbrücken

 
 
Geisterfahrer Statistik nach Ausgangspunkt. Datenquelle: ADACzoom
Geisterfahrer Statistik nach Ausgangspunkt. Datenquelle: ADAC

Die meisten Geisterfahrten passieren am Wochenende: 23 Prozent der gemeldeten Falschfahrer waren an einem Samstag und 20 Prozent an einem Sonntag unterwegs. Zwischen 20 Uhr und 5 Uhr ist das Risiko einem Geisterfahrer zu begegnen, am höchsten. Die meisten Geisterfahrer werden im Zeitraum zwischen August und Oktober gemeldet, die wenigsten im Februar und März.

Am Gefährlichsten sind Autobahn-Anschlussstellen. Hier werden Autofahrer am häufigsten zum Geisterfahrer.

 
 

Kein 100-prozentiger Schutz

 
 

Auf Grund der hohen Geschwindigkeiten enden Zusammenstöße mit entgegenkommenden Fahrzeugen auf Autobahnen meistens tödlich. Mit eindeutiger Beschilderung – insbesondere „Einfahrt verboten“ − wird versucht, falsches Auffahren auf die Autobahn zu verhindern.

Auch drastischere Maßnahmen wie das Anbringen von so genannten Krallen, die beim Überfahren die Reifen zerstechen, wurden vom Gesetzgeber in Erwägung gezogen. Doch zum einen würden dadurch Rettungs- und Einsatzfahrzeuge, die z.T. richtungsverkehrt auffahren müssen um einen Unfallort schneller zu erreichen, behindert. Zum anderen zeigten die Krallen bei Schnee und Eis nicht immer die erwünschte Wirkung.

In Österreich zeigen seit 1997 große gelbe Warntafeln an den Autobahn-Auffahrten an, dass man in die falsche Richtung auffährt. Kurioserweise gibt es in der Alpenrepublik jedoch viel mehr Geisterfahrer als in Deutschland.

 
 

Richtiges Verhalten

 
 

Bei Falschfahrer-Meldungen im Radio wird häufig empfohlen, äußerst rechts zu fahren und nicht zu überholen. Das ist überlebenswichtig! Zudem sollte man versuchen, mittels zusätzlicher Beleuchtung am Fahrzeug frühzeitig vom Falschfahrer erkannt zu werden. Außerdem ist es zulässig, die Lichthupe zu betätigen.

Ist man selbst zum Geisterfahrer geworden, sollte man sein Fahrzeug an der Mittelleitplanke zum Stehen bringen, sich auf den Grünstreifen begeben und schnellstmöglich die Polizei informieren, damit die Fahrbahn gesperrt werden kann.

 
 

Geisterfahrer, welche Strafe?

 
 

In Deutschland ist Falschfahren eine Gefährdung des Straßenverkehrs und damit eine Straftat nach § 315c Strafgesetzbuch (StGB) und kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden.

Zudem wird meistens ein Fahrverbot verhängt. In Österreich ist Falschfahren eine fahrlässige Gemeingefährdung nach § 177 StGB. Die Tat kann mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr, bei unfallbedingten Todesopfern oder schweren Verletzungen mit bis zu drei Jahren bestraft werden. In der Schweiz ist Falschfahren ein Verstoß gegen Art. 90, Satz 2 Straßenverkehrsgesetz und wird als Gefährdungsdelikt behandelt. Es droht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.