Ist die Lichthupe z.B. beim überholen eigentlich erlaubt?

Lichthupe erlaubt?

 
 

Welcher Autofahrer kennt Sie nicht - die Lichthupe. Besonders häufig wird Sie von schnellen Autofahrern auf der linken Spur verwendet. Doch was ist eigentlich erlaubt und was nicht. Wir klären auf.

 
 

Was ist eine Lichthupe?

 
 

Für alle die, die gar nicht wissen sollten, was eine Lichthupe ist, klären wir an dieser Stelle auf:

Die Lichthupe ist eine Vorrichtung im Auto, mit der man das Fernlicht kurz ein- und wieder ausschaltet – dadurch entsteht für andere Verkehrsteilnehmer ein deutlich wahrnehmbares Lichtsignal.

 
 
 
Video: Lichthupe - Nicht immer Nötigung
 
 
 
 

Lichthupe außerhalb geschlossener Ortschaften

 
 

Hätten Sie’s gewusst? In Deutschland darf man laut § 5 StVO außerhalb geschlossener Ortschaften mittels Lichthupe anzeigen, dass man überholen möchte. Also, wenn hinter ihnen mal wieder zufällig jemand die Lichthupe betätigt und sie sich fragen, was will der – jetzt wissen Sie es: vermutlich überholen.

 
 

Lichthupe als Gefahrenzeichen

 
 

Neben dem Anzeigen der Überhol-Absicht darf die Lichthupe auch als Gefahrenzeichen eingesetzt werden, also wenn man sich oder andere gefährdet sieht (§ 16 StVO).

 
 

Das ist nicht erlaubt!

 
 

Zu allen anderen Anlässen wie Warnung vor Radarfallen oder Grüßen eines befreundeten Fahrers ist das Betätigen der Lichthupe verboten.

Ebenfalls nicht erlaubt ist das Einsetzen der Lichthupe als freundliche Geste, etwa um dem Gegenverkehr bei Straßenengpässen Vorfahrt zu gewähren oder Lastwagen nach dem Überholvorgang anzuzeigen, dass sie weit genug überholt haben, um wieder auf die rechte Spur fahren zu können.

 
 

Nötigung oder korrektes Verhalten?

 
 

Besonders auf den linken Spuren von Autobahnen ist häufig wildes Betätigen von Lichthupen zu beobachten. Im Rückspiegel nähert sich immer schneller ein ps-starkes Gefährt, dass dauernd auf- und abblendet. Viele Autofahrer fühlen sich dadurch genötigt, wird ihnen dadurch doch der Eindruck vermittelt, mach Platz du lahme Ente. Dabei könnte es sich jedoch auch einfach nur um ein harmloses - und vor allem völlig legitimes - Überholsignal nach § 5 StVO handeln.

Die Frage ist nun, wer ist im Recht? Wie so oft im Leben kommt es auch hier auf die Verhältnismäßigkeit an. Wird die Lichthupe als Überholsignal überstrapaziert und lässt der Hintermann den Mindestabstand vermissen, handelt es sich wohl eher um Drängelei und damit Gefährdung der Verkehrssicherheit.

 
 

Droht bei unsachgemäßer Benutzung eine Strafe?

 
 

Das Einsetzen der Lichthupe innerorts steht generell unter Strafe, es sei denn es diente der Gefahrenanzeige. Bei Zuwiderhandlung drohen 10 Euro Bußgeld. Gleiches gilt übrigens für den Missbrauch der normalen Hupe.