Rechtsfahrgebot nach StVO

Das Rechtsfahrgebot – wer kennt es nicht!?

 
 

Das Rechtsfahrgebot in Deutschland ist in der StVO, § 2, Abs. 2, festgehalten und besagt, dass auf der Straße generell möglichst weit rechts zu fahren ist, also nicht nur bei Gegenverkehr, Überholvorgängen oder unübersichtlichen Straßenabschnitten.

 
 

Das bedeutet aber nicht, soweit rechts wie möglich zu fahren und somit beispielsweise ein Abrutschen in den Straßengraben zu riskieren. Vielmehr dient dieses Gebot der eigenen Sicherheit und es wird empfohlen etwa einen Meter zum Fahrbahnrand Abstand zu halten.

Wenn es die Verkehrsdichte erlaubt, kann vom Rechtsfahrgebot bei Fahrbahnen mit mehreren Fahrstreifen gemäß § 7 StVO abgewichen werden. In geschlossenen Ortschaften können Kraftfahrzeuge mit einem zulässigem Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen den Fahrstreifen bei mehrspurigen Fahrbahnen frei wählen (§ 7 Abs. 3 StVO).

 
 
 

Bußgeld für Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot

 
 

Wer jedoch auf Autobahnen oder außerhalb von Ortschaften auf Kraftfahrstraßen mit mehreren Spuren in einer Richtung permanent und grundlos die linke Spur benutzt und dadurch andere Verkehrsteilnehmer behindert, begeht einen Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot, der mit 80 € Bußgeld und einem Punkt geahndet werden kann. Das gilt auch auf Straßen (außerhalb geschlossener Ortschaften) mit mehr als zwei Fahrstreifen in eine Fahrtrichtung.

Mehr Infos: Bußgelder für Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot

Bei mehrspurigen Straßen ist durchgängiges Fahren auf der Mittelspur erlaubt, wenn in der rechten Straßenspur zumindest ab und zu ein Fahrzeug fährt, und keine Verkehrsteilnehmer behindert werden.

 
 
Video: So wie man es nicht machen sollte
 
 
 
 

Gut zu wissen: Das Rechtsfahrgebot in der StVO

 
 

Der Rechtsverkehr ist übrigens im selben Paragraphen der StVO festgehalten wie das Rechtsfahrgebot, allerdings in Absatz 1. Hier heißt es: „Fahrzeuge müssen die Fahrbahn benutzen, von zwei Fahrbahnen die rechte. Seitenstreifen sind nicht Bestandteil der Fahrbahn.“

In Europa wurde übrigens jahrhundertelang links gefahren, damals natürlich noch mit Pferdefuhrwerken. Erst Napoleon Bonaparte führte zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Frankreich und später in den von ihm besetzten Ländern das Rechtsfahrgebot ein, welches sich dadurch im größten Teil Europas durchsetzte. In Österreich wurde das Rechtsfahrgebot 1938 mit dem Anschluss an Deutschland überall eingeführt, Italien stellte 1924 und Schweden 1967 um.

 
 

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
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