"Lappen weg"- Unterschied zwischen Führerscheinentzug und Fahrverbot

Der Unterschied zwischen Führerscheinentzug und Fahrverbot

 
 
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Wenn man landläufig von Führerscheinentzug spricht, ist eigentlich der Entzug der Fahrerlaubnis gemeint. Der Führerschein wird eingezogen und muss nach Ablauf einer Sperrfrist neu beantragt werden. Auch beim Fahrverbot muss der Führerschein abgegeben werden, kann aber nach Ablauf des Verbots wieder bei der Verkehrsbehörde abgeholt werden.

 
 

Der Unterschied zwischen Fahrverbot und Führerscheinentzug

 
 

Das Fahrverbot ist im Gegensatz zum Entzug der Fahrerlaubnis zeitlich begrenzt. Wurde gegen Sie ein Fahrverbot verhängt, müssen Sie Ihren Führerschein bei der zuständigen Behörde (Bußgeldstelle, Polizei, Straßenverkehrsamt, etc.) abgeben. Wann und wo genau steht auf dem Bescheid. Ihren Führerschein bekommen Sie nach Ablauf der Frist entweder per Einschreiben zugesandt oder Sie müssen ihn persönlich vor Ort abholen.

Verzögert sich die Abgabe, verlängert sich die Dauer des Fahrverbots entsprechend. Ein Fahrverbot wird im Monatsrhythmus verhängt, also z. B. vom 3. Februar bis 2. März eines Jahres. Ein Fahrverbot dauert einen und maximal drei Monate.

 
 

Wurde Ihnen die Fahrerlaubnis entzogen (durch Gericht oder Verwaltungsbehörde), ist Ihr Führerschein ungültig. Das Dokument wird entweder eingezogen oder mit einem Ungültigkeitsvermerk versehen. Die Sperrfrist bis zur Neubeantragung der Fahrerlaubnis beträgt mindestens 6 Monate und maximal 5 Jahre. Der Führerschein muss dann nach Ablauf der Frist neu beantragt und ausgestellt werden.

Die zuständige Fahrerlaubnisbehörde kann dafür Bedingungen zwingend zur Auflage machen. Diese Bedingungen sind Nachschulungen oder das erfolgreiche Bestehen einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU oder "Idiotentest").

Um die Fahrerlaubnis schnellstmöglich wiederzuerlangen, sollten Sie sich rechtzeitig vor Ablauf der Frist bei der Fahrerlaubnisbehörde über die Bedingungen informieren. Der Führerscheinentzug erfolgt anders als beim Fahrverbot klassenweise. Das heißt, wenn der Auto-Führerschein entzogen wird, darf man trotzdem noch mit dem Mofa weiterfahren. Im Gegensatz dazu, erfasst ein Fahrverbot alle Kraftfahrzeuge, also auch das Mofa.

 
 

Wann Fahrverbot, wann Führerscheinentzug?

 
 

Wer eine Verkehrsstraftat begangen hat, erhält eine Geld- oder Freiheitsstrafe und obendrein als Nebenstrafe meistens noch ein Fahrverbot (§ 44 StGB). Verkehrsstraftaten sind z.B. grob verkehrswidriges und rücksichtloses Verhalten wie Wenden auf der Autobahn.

Fahrverbote können jedoch auch in Folge eines Bußgeldverfahrens wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit erteilt werden (Geschwindigkeitsüberschreitung, rote Ampel überfahren, etc.).

Der endgültige Führerscheinentzug ist entweder nach Strafrecht (Verurteilung wegen Straftat im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr) oder Verwaltungsrecht (Fahrerlaubnisbehörde, Bußgeldstelle) geregelt. Zugrunde liegt in beiden Fällen die Nichteignung zum Führen von Kraftfahrzeugen. Der Entzug des Führerscheins wird in folgenden Fällen angeordnet:

 
 

Strafrecht

Verwaltungsrecht

Gefährdung des Straßenverkehrs

Körperliche Mängel
(Epilepsie, Alter, Diabetes, etc.)

Trunkenheit im Verkehr

Geistige Mängel
(Schizophrenie, Depressionen, etc.)

Fahrerflucht

Charakterliche Mängel
(Wiederholungstäter, Trunkenheit, Drogeneinfluss)

Vollrausch, wenn die Rauschtat eine der vorigen
Straftaten ist 

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Tipp!

 
 

Aufgrund langer Bearbeitungszeiten ist es ratsam, den Antrag auf Wiedererteilung acht bis zehn Wochen vor Ablauf der Sperrfrist zu stellen. Bei einem Führerscheinentzug mit einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) durch z.B. ein Alkoholdelikt muss mit einer Bearbeitungszeit von drei Monaten gerechnet werden.

 
 

Alkohol am Steuer: Fahrverbot oder Führerscheinentzug?

 
 

In Deutschland gelten Promillegrenzen. Je nachdem wie hoch der gemessene Blutalkoholwert des Betroffenen ist, fällt seine Strafe aus. Mit entscheidend für das Strafmaß ist, ob die betroffene Person schon einmal wegen Alkohol am Steuer auffällig war und ob es bei der Alkoholfahrt zu Ausfallerscheinungen oder gar zum Unfall kam.

Wer mit über 0,5 Promille ein Kfz fährt, muss mit einem Bußgeld bis 1500 Euro, 2 Punkten in Flensburg und einem Fahrverbot bis zu drei Monaten rechnen. Bei einer Trunkenheitsfahrt ab 1,1 Promille handelt es sich um eine Straftat, bei der die Fahrerlaubnis entzogen und eine MPU angeordnet wird.

Aber auch schon eine Fahrt mit  0,3 Promille Blutalkohol kann als Straftat bewertet werden und Führerscheinentzug bedeuten. Dann nämlich, wenn es zum Unfall kommt.

 
 
 
 

Entzug der Fahrerlaubnis bei Drogen am Steuer

 
 

Fahren unter Drogeneinfluss wird genauso hart bestraft wie das Fahren unter Alkoholeinfluss. Es drohen hohe Bußgelder, Punkte und Fahrverbot.

  • Entscheidend für das Strafmaß sind folgende Aspekte:
  • welche Droge wurde konsumiert (Kokain, Cannabis, Heroin, Amphetamin, etc.)?
  • wie hoch war die Konzentration der Droge (Wirkstoff im Blut)?
  • ist die betroffene Person Ersttäter oder schon mehrfach aufgefallen?
  • kam es zur Gefährdung oder sogar zum Unfall?

Wer unter Drogeneinfluss fahruntüchtig ist und / oder einen Unfall baut, begeht eine Straftat. Die Folge sind eine Geld- oder Freiheitsstrafe, Punkte in Flensburg und Entzug der Fahrerlaubnis.

Bei harten Drogen droht grundsätzlich der Entzug der Fahrerlaubnis sowie die Anordnung einer MPU.

Selbst der Besitz harter Drogen kann zum Führerscheinentzug führen. Die Verkehrsbehörde geht grundsätzlich davon aus, dass solche Personen nicht zum Führen eines Fahrzeugs geeignet sind.

 
 

Mehr Infos zum Thema: 
Drogen am Steuer

 
 

Führerscheinentzug bei Unfall

 
 

Es kann auch passieren, dass durch Unfallflucht die Fahrerlaubnis entzogen wird. Wenn bei einem Sachschaden über 1500€ das Urteil vom Gericht Unfallflucht lautet, ist die Fahrerlaubnis weg.

 
 

Fahrverbot umgehen

 
 

Hat ein Fahrverbot schwerwiegende Auswirkung auf das Berufs- oder Privatleben des Verkehrssünders, kann davon grundsätzlich unter angemessener Erhöhung des Bußgeld-Regelsatzes (z. B. Verdopplung oder Verdreifachung) abgesehen werden. Bei einem Ersttäter könnte im Einzelfall sogar von einem Regelfahrverbot abgesehen werden. Ein solches "Angebot" kann der Verfolgungsbehörde auch vorgeschlagen werden, z.B. im Rahmen der Anhörung.

Zu Berücksichtigen wären sicherlich noch die Umstände des Einzelfalls: Wie waren die Verkehrsverhältnisse etc.? In bestimmten Fällen (§ 25 Abs. 2a StVG) kann angeordnet werden, dass das Fahrverbot erst wirksam wird, wenn der Führerschein in amtliche Verwahrung gelangt, spätestens aber 4 Monate nach Rechtskraft. In diesem Fall kann der Betroffene durch Abgabe des Führerscheins den Zeitpunkt, in dem das Fahrverbot wirksam wird, selbst bestimmen.