Ab wann gibt's Fahrverbot?

Verkehrsverstöße, die mit Fahrverbot geahndet werden

 
 
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Ab wann gibt es Fahrverbot?
 
 
 
 

Bei diesen Verkehrssünden droht mindestens ein Monat Fahrverbot. Wer seinen Führerschein beruflich braucht, sollte sich die folgende Liste mit den Fahrverbotsdelikten besonders gut anschauen. Ach, und zum möglichen Verdienstausfall kommt natürlich noch das Bußgeld oder bei strafrechtlicher Verurteilung eine hohe Geldstrafe. Nicht zu vergessen: Punkte in Flensburg.

 
 

Fahrverbote werden in der Regel für schwerwiegende Verkehrsverstöße begangen, die einen erheblichen Eingriff in die Verkehrssicherheit darstellen. Aber auch bei einer Vielzahl von kleineren Verkehrssünden droht ein Fahrverbot. Wiederholungstäter müssen also aufpassen.
Grundsätzlich wird ein Fahrverbot bei einem Bußgeldbescheid mit 2 Punkten verhängt. Jede Verkehrsordnungswidrigkeit, die mit 2 Punkten und mehr bestraft wird bedeutet also gleichzeitig auch ein Fahrverbot von mindestens einem Monat.

Ein Fahrverbot dauert maximal drei Monate. Der Führerschein muss für diese Zeit abgegeben werden. Wer fährt, obwohl der Führerschein weg ist, macht sich des Fahrens ohne Fahrerlaubnis strafbar – dann droht eine Geld- oder Freiheitsstrafe.

Nicht zu verwechseln ist Fahrverbot mit Führerscheinentzug bzw. Entzug der Fahrerlaubnis. Diese Strafe wird zum Beispiel bei Fahrerflucht und Trunkenheitsfahrt erteilt und ist zeitlich unbegrenzt. Erst wenn die Fahrerlaubnis neu beantragt und genehmigt ist, erhält man den Führerschein zurück. Voraussetzung dafür ist unter Umständen eine MPU oder die erneut abgelegte Führerscheinprüfung.

 
 

Übersicht der Verkehrsverstöße mit Fahrverbot

 
 

Wir beginnen unsere Liste mit Fahrverbot relevanten Verkehrsverstößen mit den Geschwindigkeitsüberschreitungen. Tempoverstöße sind statistisch die mit Abstand meist begangenen Verkehrsvergehen. Im Jahr 2016 wurde über 3 Millionen Mal geblitzt.

 
 

Fahrverbot bei Geschwindigkeitsübertretung innerorts

 
 
Verstoß
Bußgeld
Punkte
Fahrverbot
ab 31 km/h zu schnell
Bußgeld 160 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 1 Monat
ab 41 km/h zu schnell
Bußgeld 200 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 1 Monat
ab 51 km/h zu schnell
Bußgeld 280 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 2 Monate
ab 61 km/h zu schnell
Bußgeld 480 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 3 Monate
mehr als 70 km/h zu schnell
Bußgeld 680 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 3 Monate
 
 

Fahrverbot bei Geschwindigkeitsübertretung außerorts

 
 
Verstoß
Bußgeld
Punkte
Fahrverbot
ab 41 km/h zu schnell
Bußgeld 160 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 1 Monat
ab 51 km/h zu schnell
Bußgeld 240 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 1 Monat
ab 61 km/h zu schnell
Bußgeld 440 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 2 Monate
mehr als 70 km/h zu schnell
Bußgeld 600 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 3 Monate
 
 
Weitere Infos zum Thema Tempoverstoß
 
 
Bußgeldkatalog Geschwindigkeit
 
 

Fahrverbot bei Alkohol / Drogen am Steuer

 
 

Um ein Fahrverbot kommt man nicht herum, wenn man mit Drogen oder Alkohol am Steuer erwischt wurde. Bei Drogen genügen die kleinsten nachgewiesenen Mengen. Bei Alkohol ist die Promillegrenze für ein Fahrverbot 0,5.

Die Höhe des Fahrverbots hängt davon ab, ob man schon öfter mit Alkohol am Steuer erwischt wurde und ob es Ausfallerscheinungen gab oder gar zu einem Unfall dadurch gekommen ist.

 
 
Verstoß
Bußgeld
Punkte
Fahrverbot
0,3 bis 0,5 Promille und Anzeichen von Fahrunsicherheit
Bußgeld 500 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 1 Monat
... mit Unfallfolge
Bußgeld variabel
Punkte 3
Fahrverbot variables Fahrverbot oder Führerschein Entzug oder Haftstrafe möglich
Erster Verstoß gegen 0,5 Promillegrenze
Bußgeld 500 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 1 Monat
Zweiter Verstoß gegen 0,5 Promillegrenze
Bußgeld 1.000 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 3 Monate
Dritter Verstoß gegen 0,5 Promillegrenze
Bußgeld 1.500 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 3 Monate
Alkoholfahrt mit mind. 1,1 Promille
Bußgeld variabel
Punkte 3
Fahrverbot Variables Fahrverbot, meist jedoch Führerschein Entzug
Erster Drogenverstoß im Straßenverkehr
Bußgeld 500 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 1 Monat
Zweiter Drogenverstoß im Straßenverkehr
Bußgeld 1.000 EUR
Punkte 2
Fahrverbot variables Fahrverbot oder Führerschein Entzug oder Haftstrafe möglich
Dritter Drogenverstoß im Straßenverkehr oder mehr
Bußgeld 1.500 EUR
Punkte 2
Fahrverbot variables Fahrverbot oder Führerschein Entzug oder Haftstrafe möglich
 
 

Ab 1,6 Promille Blutalkohol und Gefährdung des Straßenverkehrs unter Drogeneinfluss ist der Führerschein definitiv weg. Nur bei erfolgreich absolvierter MPU kann die Fahrerlaubnis zurückerlangt werden. In Härtefällen kann der Gesetzgeber auch eine lebenslange Führerscheinsperre verhängen (bei Alkohol- und Drogenabhängigen).

 
 
Weitere Infos zum Thema Alkohol / Drogen am Steuer
 
 
 
 

Fahrverbot bei Überfahren roter Ampel

 
 

Wenn man eine rote Ampel überfährt, kommt es auf die Sekunde an: war die Ampel kürzer als eine Sekunde rot, gibt es kein Fahrverbot. War die Ampel beim Überfahren schon länger als eine Sekunde rot, muss man dagegen einem Fahrverbot von 1 Monat rechnen.

 
 
Verstoß
Bußgeld
Punkte
Fahrverbot
Einfacher Rotlichtverstoß (unter 1 Sekunde)
Bußgeld 90 EUR
Punkte 1
Fahrverbot nein
... mit Gefährdung
Bußgeld 200 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 1 Monat
... mit Unfall
Bußgeld 240 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 1 Monat
Qualifizierter Rotlichtverstoß (1 Sekunde und länger)
Bußgeld 200 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 1 Monat
... mit Gefährdung
Bußgeld 320 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 1 Monat
... mit Unfall
Bußgeld 360 EUR
Punkte 2
Fahrverbot 1 Monat
 
 

Alle Angaben ohne Gewähr. Irrtümer vorbehalten.
Quelle: Bundesverkehrsministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

 
 
 
Fahrverbot ab wie viel Punkten?
 
 

In Flensburg wird das Fahreignungsregister (FAER) geführt. Hier hat jeder betroffene Verkehrsteilnehmer ein Punktekonto. Sind 8 Punkte erreicht, wird der Führerschein entzogen. Vorher drohen keine Konsequenzen.

Die Frage nach dem Fahrverbot ab wie viel Punkten ist daher falsch. Ein Fahrverbot bedeutet ein Verbot ein Kfz zu führen für einen Zeitraum von einem bis drei Monaten. Danach kann man sich seinen Führerschein bei der Behörde wieder abholen.
Bei einem Führerscheinentzug erlischt die Fahrerlaubnis. Diese muss nach einer Sperrfrist neu beantragt werden.

 
 
Weitere Infos zum Thema Punkte in Flensburg
 
 
Punktesystem in Flensburg
 
 

Fahrverbot bei Fahrerflucht

 
 

Fahrerflucht oder Unfallflucht ist eine Straftat nach §142 StGB. Es drohen je nach Härtefall Gefängnis und Führerscheinentzug. Für die Flucht nach einem Parkplatzrempler mit geringem Schaden ist eher mit einer Geldstrafe und Fahrverbot zu rechnen. Unter Umständen, etwa bei Schäden unter 550 Euro, wird das Strafverfahren auch eingestellt.

 
 
Verstoß
Bußgeld
Punkte
Fahrverbot
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort nach § 142 StGB
Bußgeld Geldstrafe
Punkte 3
Fahrverbot Fahrverbot & Führerschein Entzug möglich
 
 

Fahrerflucht wir von der Verkehrsbehörde mit 3 Punkten geahndet. Die weiteren Strafen legt ein Richter fest, da es sich um eine Straftat handelt. Der Richter setzt auch fest, ob und wie lange für die Fahrerflucht ein Fahrverbot ausgesprochen wird. Grundlage dafür bildet der § 44 StGB Absatz 1. Es handelt sich dann um eine Nebenstrafe bei strafrechtlicher Verurteilung.

 
 
Weitere Infos zum Thema Fahrerflucht
 
 
Bußgeldkatalog Fahrerflucht
 
 

Fahrverbot als Nebenstrafe bei strafrechtlicher Verurteilung

 
 

Ein Fahrverbot kann nach § 44 Strafgesetzbuch, Absatz 1 (StGB) auch als Nebenstrafe neben einer Geld- oder Freiheitsstrafe ausgesprochen werden.

„Wird jemand wegen einer Straftat, die er bei oder im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeugs oder unter Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers begangen hat, zu einer Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe verurteilt, so kann ihm das Gericht für die Dauer von einem Monat bis zu drei Monaten verbieten, im Straßenverkehr Kraftfahrzeuge jeder oder einer bestimmten Art zu führen. Ein Fahrverbot ist in der Regel anzuordnen, wenn in den Fällen einer Verurteilung nach § 315c Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a, Abs. 3 oder § 316 die Entziehung der Fahrerlaubnis nach § 69 unterbleibt.“

Mit anderen Worten: Erfolgt bei einer Verurteilung wegen einer Verkehrsstraftat kein Fahrerlaubnisentzug, kann das Gericht ein Fahrverbot verhängen. Da es sich um ein richterliches Verfahren handelt, kann das Fahrverbot auch für bis zu 6 Monate erteilt werden. 

 
 

Fahrverbot bei charakterlicher Nichteignung

 
 

Dies ist relevant für alle Wiederholungstäter bzw. die wirklich notorischen Verkehrssünder. Wer sich dauernd über die Vorschriften der StVO hinwegsetzt – und sei es nur durch Falschparken – muss unter Umständen seinen Führerschein abgeben.

Auch wenn ein Verkehrsteilnehmer ein übergroßes Aggressionspotential zeigt, geht der Gesetzgeber generell davon aus, dass derjenige geistig und charakterlich nicht zum Lenken von Fahrzeugen im öffentlichen Straßenverkehr geeignet ist.

 
 
Fahrverbot für Radfahrer
 
 

Dass Radfahrer bei einer Alkoholfahrt ab 1,6 Promille um ihren Kfz-Führerschein bangen müssen, sollten hinlänglich bekannt sein. 

Das Radfahren selbst kann aber auch verboten werden. Dann nämlich, wenn die betroffene Person nach einer Trunkenheitsfahrt mit dem Rad nicht die vorgeschriebene MPU absolviert und damit ihre Verkehrstauglichkeit nachweist. 

Wiederholte Alkoholfahrten auf dem Rad (unter 1,6 Promille) können zudem ein Fahrverbot sowohl für erlaubnispflichtige Kfz als auch freie Fahrzeuge wie Räder bedeuten.

 
 
Weitere Infos zum Thema Bußgeld für Radfahrer
 
 
Bußgeldkatalog Radfahrer
 
 

Fahrverbot bei Beleidigung

 
 

Zu einer beleidigenden Geste oder einer Verbalattacke lässt man sich schnell hinreißen. Dies kann jedoch sehr kostspielig für den Delinquenten werden. Obendrein droht Fahrverbot.

Die Geldbuße richtet sich nach der wirtschaftlichen Situation des Täters. Besserverdiener zahlen mehr. Bei Nötigung im Straßenverkehr wie zum Beispiel Ausbremsen oder Drängeln auf der Autobahn wird der Führerschein oftmals sogar ganz entzogen.

Ein Hinweis an alle Hitzköpfe: Beleidigung und Nötigung konnte in der Vergangenheit oftmals nicht nachgewiesen werden. Mittlerweile sind die sogenannten Dashcams jedoch als Beweismittel vor Gericht zugelassen. Vorsicht, Sie könnten also gefilmt werden.

 
 
Weitere Infos zum Thema Beleidigung & Nötigung
 
 
Bußgeldkatalog Beleidigung und Nötigung
 
 
Fahrverbot für Wiederholungstäter
 
 

Es gibt viele Verkehrsordnungswidrigkeiten, die nicht mit einem Fahrverbot bestraft werden. Werden sie aber öfter begangen, bestehen erhebliche Zweifel an der Einsicht und Reife des Fahrzeugführers.

Wer zum Beispiel mehrmals mit dem Handy am Steuer erwischt wird, läuft Gefahr ein Fahrverbot zu kassieren. Selbst mit dem Falschparken ist irgendwann mal Schluss. Notorische Knöllchen-Sammler müssen ebenfalls mit einem Fahrverbot rechnen.

 
 
Fahrverbot verschieben oder umwandeln
 
 

Der Gesetzgeber lässt oftmals Gnade vor Recht ergehen. Verkehrssünder, die ihren Führerschein beruflich brauchen, können unter Umständen auf Milde hoffen und eine Geldstrafe statt des Fahrverbots erwirken.

Das geht jedoch nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen und in der Regel nur bei mehrmonatigen Fahrverboten. Der Verkehrssünder kann ein Fahrverbot in eine Geldstrafe umwandeln, wenn

  • er kein Wiederholungstäter ist
  • seine berufliche Existenz vom Führerschein abhängt
  • er ein Augenblicksversagen (z.B. Wahrnehmungsfehler wegen Ortsunkenntnis) geltend machen kann
  • eine Notsituation vorlag

Es ist dringend zu empfehlen, dass Betroffene in Fall einer Umwandlung des Fahrverbots einen Fachanwalt zu Rate ziehen. 

Bei der Bestrafung wird generell wird Vorgeschichte des Verkehrssünders berücksichtigt. Je öfter jemand im Straßenverkehr auffälliger wird, desto härter greift das Gesetz.

Für Ersttäter, die mit einem Fahrverbot von einem Monat bestraft werden, gilt die Vier-Monate-Regel. Nach Zustellung des Bußgeldbescheids wird das Fahrverbot zwar direkt wirksam, es muss aber erst innerhalb der nächsten vier Monate abgeleistet werden. 

Keine Milde gibt es hingegen bei Alkohol- und Drogendelikten.