Keine Fahrerlaubnis? Welche Folgen gibt es?

Ist Fahren ohne Führerschein und Fahren ohne Fahrerlaubnis dasselbe?

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Nur mit Führerschein autofahren
 
 
 
 

Diese Begriffe werden häufig synonym verwendet: Fahren ohne Führerschein und Fahren ohne Fahrerlaubnis. Es sind aber zwei völlig unterschiedliche Verkehrsverstöße. An dieser Stelle sei schon einmal so viel verraten: Fahren ohne Fahrerlaubnis ist gar keine gute Idee.

 
 

Der Unterschied zwischen Fahrerlaubnis und Führerschein

 
 

Fahrerlaubnis

Eine Fahrerlaubnis erhält man nach erfolgreich absolvierter theoretischer und praktischer Fahrprüfung. Wer schwer gegen die StVO verstößt, zum Beispiel weil er ein notorischer Raser ist, kann mit Entzug der Fahrerlaubnis bestraft werden. Die Fahrerlaubnis muss nach Ablauf einer Sperrfrist neu beantragt werden. Bei erfolgreichem Antrag auf Wiedererlangung der Fahrerlaubnis wird ein neuer Führerschein (das Dokument) ausgestellt.

Fährt man ohne Fahrerlaubnis, handelt es sich nach § 21 Straßenverkehrsgesetz (StVG) um eine Straftat, die mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr geahndet wird.

Die Fahrerlaubnis ist übrigens an einen bestimmten Fahrzeugtyp (Fahrzeugklasse) gebunden: Motorrad, Pkw, Lkw, Bus, etc. (Klasse A, B, C, D, etc.). Wer also einen Lkw ohne Lkw-Fahrerlaubnis auf öffentlichen Straßen fährt, macht sich ebenfalls strafbar.

Der Straftatbestand des Fahrens ohne Fahrerlaubnis in Deutschland ist auch dann gegeben, wenn der Fahrzeugführer ein fahrerlaubnispflichtiges Fahrzeug führt, aber seine ausländische Fahrerlaubnis nicht rechtzeitig umgeschrieben wurde, ihm die Fahrerlaubnis rechtskräftig entzogen oder ein zeitlich befristetes Fahrverbot verhängt wurde.

 
 

Führerschein

Der Führerschein ist das Dokument, das den Besitzer als Inhaber einer Fahrerlaubnis ausweist. Diesen muss man nach bei jeder Fahrt bei sich führen. Aber man kann den Lappen auch schon mal zu Hause vergessen oder sogar verlieren. Gerät man dann in einer Verkehrskontrolle, sind 10 Euro Verwarngeld fällig.

 
 
 
Fahren trotz Fahrverbot
 
 

Der Bußgeldkatalog sieht Fahrverbote für schwere Verkehrsverstöße vor, zum Beispiel für Geschwindigkeitsübertretungen oder Abstandsverstöße. Möglich sind auch Fahrverbote nach § 44 Strafgesetzbuch oder nach § 25 dieses Gesetzes (Mittäterschaft).

Fahrverbote sind zeitlich begrenzt auf ein bis drei Monate. Man behält de Fahrerlaubnis und muss lediglich seinen Führerschein bei der Behörde abgeben.

Das Fahrverbot wird mit Rechtskraft des Urteils bzw. des Bußgeldbescheids wirksam. Ab diesem Zeitpunkt ist das Führen eines Kraftfahrzeugs als Fahren ohne Fahrerlaubnis nach § 21 Straßenverkehrsgesetz (StVG) strafbar - auch dann, wenn der Führerschein noch nicht in Verwahrung gegeben wurde und sich noch im Besitz des Inhabers befindet. 

 
 
Fahren ohne Fahrerlaubnis: mögliche Strafen im Überblick
 
 
  • Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird auch bestraft, wer als Halter eines Kraftfahrzeugs anordnet oder zulässt, dass jemand das Fahrzeug führt, der die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder dem das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten ist.

  • Mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen wird bestraft, wer vorsätzlich oder fahrlässig ein Kraftfahrzeug führt, obwohl der vorgeschriebene Führerschein nach § 94 der Strafprozessordnung in Verwahrung genommen, sichergestellt oder beschlagnahmt worden ist. § 94 der Strafprozessordnung besagt, dass a) Gegenstände, die als Beweismittel für die Untersuchung von Bedeutung sein können, in Verwahrung zu nehmen oder in anderer Weise sicherzustellen sind und b) Gegenstände, die sich im Gewahrsam einer Person befinden und nicht freiwillig herausgegeben werden, beschlagnahmt werden.

  • Mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen wird auch bestraft, wer vorsätzlich oder fahrlässig als Halter eines Kraftfahrzeugs anordnet oder zulässt, dass jemand das Fahrzeug führt, obwohl der vorgeschriebene Führerschein nach § 94 der Strafprozessordnung in Verwahrung genommen, sichergestellt oder beschlagnahmt worden ist.

  • Zusätzlich zur Freiheits- oder Geldstrafe kann auch das Fahrzeug des Täters eingezogen werden, wenn er ohne Fahrerlaubnis fährt oder als Halter das Fahren ohne Fahrerlaubnis zugelassen hat. Gleiches gilt auch dann, wenn gegen den Täter eine Fahrsperre nach § 69a Abs. 1 Satz 3 StGB angeordnet war oder er als Halter angeordnet oder zugelassen hat, dass jemand mit Fahrsperre das Fahrzeug führt.

  • Fahrzeugeinzug droht auch Tätern, die innerhalb der letzten drei Jahre vor der Tat schon einmal wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis oder Fahrverbots verurteilt worden sind. Gleiches gilt für Täter, die schon einmal als Fahrzeughalter wegen der Anordnung oder Zulassung des Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt worden sind.
 
 
Haftung für Fahrzeughalter
 
 

Übrigens, wer als Fahrzeughalter wissentlich jemanden ohne Fahrerlaubnis fahren lässt, macht sich ebenfalls nach § 21 StVG strafbar.

 
 

Auf Privatgrundstücken darf man ohne Fahrerlaubnis fahren

 
 

Auf Privatgrundstücken ist keine Fahrerlaubnis erforderlich. Das Grundstück darf für den öffentlichen Verkehr allerdings nicht zugänglich sein. Auch sind nicht alle allgemein bekannten Fahrzeugtypen fahrerlaubnispflichtig. Ausgenommen sind:

  • einspurige, einsitzige Fahrräder mit Hilfsmotor mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h

  • Mobilitätshilfen im Sinne des § 1 Absatz 1 der Mobilitätshilfenverordnung

  • motorisierte Krankenfahrstühle (einsitzige, nach der Bauart zum Gebrauch durch körperlich behinderte Personen bestimmte Kraftfahrzeuge mit Elektroantrieb, einer Leermasse von nicht mehr als 300 kg, einschließlich Batterien, einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 500 kg, einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 15 km/h und einer Breite über alles von maximal 110 cm)

  • Zugmaschinen, die nach ihrer Bauart für die Verwendung land- oder forstwirtschaftlicher Zwecke bestimmt sind, selbstfahrende Arbeitsmaschinen, Stapler und andere Flurförderzeuge jeweils mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 6 km/h sowie einachsige Zug- und Arbeitsmaschinen, die von Fußgängern an Holmen geführt werden.