Schadenfreiheitsklassen in der Übersicht

Erklärung: Was sind Schadenfreiheitsklassen?

 
 
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Die Schadenfreiheitsklassen sind eine Besonderheit von Autoversicherungen. Der jeweilige Versicherungsbeitrag richtet sich hier nach der sogenannten Schadensfreiheitsklasse, also nach den Jahren, die man „von Schaden frei“ also ohne einen Schaden gemeldet zu haben, fährt. Nach diesem Zeitraum richtet sich die Klasse in die man eingestuft wird.

 
 

Die Einstufung in Schadenfreiheitsklassen, auch SF-Klassen genannt ist ein umfangreiches Thema. Das Wichtigste ist, dass man nach einem schadenfreien Kalenderjahr im Folgejahr in eine bessere Stufe eingeteilt wird und man nach einem Unfall wieder zurückgestuft werden kann. Zusammengefasst heißt das: Je höher/besser die SF-Klasse ist, desto weniger muss man zahlen. Es gibt die Schadenfreiheitsklassen deshalb weil unfallfreies Fahren belohnt werden soll. Denn diese Fahrer stellen nachweislich ein geringeres Versicherungsrisiko dar und dürfen deshalb niedrigere Beiträge zahlen.

 
 

Rabatte für unfallfreies Fahren – Vernünftige Fahrer werden belohnt

 
 

Die Versicherer haben ein spezielles Bonussystem, dass mehr Rabatte ermöglicht. So werden Fahranfänger begünstigt und die niedrigen und hohen Klassen können profitieren. Es gilt immer:

Der Versicherungsbeitrag richtet sich danach wie wenig oder viel man seine Autoversicherung beanspruchen musste. Sogar bei einem Versicherungswechsel wird die Schadensfreiheitsklasse, die man bisher hatte mit beachtet. Mit der Reform der Schadenfreiheitsklassen, die 2012 erfolgt wurde das System noch einmal verbessert. Die Reform sollte dazu führen, dass Fahranfänger weniger zahlen müssen und Autofahrer nach 35 schadenfreiem Fahren werden noch einmal mehr begünstigt.

 
 
Woher weiß ich in welcher SF Klasse ich bin?
 
 

Im Zweifelsfall gibt natürlich immer die jeweilige Versicherung Auskunft. Ansonsten findet man im Versicherungsschein die jeweilige Schadenfreiheitsklasse. Es gilt: Ein Jahr unfallfreies Fahren = eine höhere Schadenfreiheitsklasse.

 
 

Welche Schadenfreiheitsklassen gibt es?

 
 

Man geht immer von der Basis 100 % aus. Die meisten Versicherungen verwenden ein System, das aus 32 Klassen besteht. Das sind in der Regel die SF-Klassen SF1-SF28 (jeweils die schadenfreien Jahre). Die Klasse SF1 ist der Beitragssatz von 100 %. Ab SF 22 kommt man zum günstigsten Beitragssatz mit 30 %. Noch höhere SF-Klassen sind dafür da mildere Rückstufungen zu ermöglichen. Hinzu kommen die Klassen SF½, S, 0 und M. M ist die sogenannte Malusklasse mit 245% ist das der höchste Beitragssatz.

 
 

Wie funktioniert das mit der Rückdatierung?

 
 

Im Zusammenhang mit den Schadensklassen ist auch immer wieder die Rede von einer Besserstufung durch Rückdatierung. Wie funktioniert das? Man kann mit Hilfe der Versicherung den Versicherungsbeginn zurückdatieren, also früher beginnen lassen. Diese Vorverlegung ist möglich. Sie bedeutet, dass der Versicherungsnehmer die Prämien schon früher zahlen muss (ohne einen rückwirkenden Versicherungsschutz). Der Vorteil ist, dass man schneller in eine höhere Schadenfreiheitsklasse kommen kann. Das lohnt sich wiederum wenn man durch diese höhere Einstufung so viel sparen kann, dass man die rückwirkend gezahlten Beträge wieder reinholt.

 
 
Rückstufung im Schadensfall - Schadenfreiheitsklassen Rückstufung nach Unfall
 
 

Im folgenden Jahr nach einem Unfallschaden wird eine Rückstufung vorgenommen. Hier hat jede Versicherung ihre eigene Rückstufungstabelle. Wie viel man zurückgestuft wird hängt von der bisherigen Klasse ab, der Anzahl der Unfälle und ist je nach Versicherung individuell geregelt. Im Einzelfall ist es teilweise sogar günstiger den Schaden selbst zu bezahlen, um eine Rückstufung zu vermeiden. Durch einen Rückkauf kann man noch 6-12 Monate später eine Rückstufung mit einer nachträglichen Zahlung für den Schaden vermeiden.

Manche Kfz-Versicherungen bieten zusätzlich einen kostenpflichten Rabattschutz an. Der Schadensfreiheitsrabatt kann sich unter Umständen lohnen, da man bei einem Schadensfall dann in der gleichen SF-Klasse verbleiben kann.

 
 
Wie finde ich nach einem Unfall meine zukünftige SF Klasse raus?
 
 

Die meisten Versicherungen bieten (auch online) entsprechende Rückstufungstabellen an, in denen sie sehen können, welche Rückstufung nach ein oder zwei Unfällen zu erwarten ist. Diese Tabellen sind auch in den Versicherungsunterlagen zu finden. Es ist wichtig zu wissen: Es geht nie um die Höhe des Schadens sondern immer nur um die Anzahl.

 
 
Können die Schadensrabatte übertragen werden?
 
 

Bei einem Verwandtschaftsverhältnis ersten Grades geht das. Zusätzlich kann man nur die unfallfreien Jahre gutgeschrieben bekommen, die man auch wirklich gefahren ist.

 
 
Ersteinstufung bei Fahranfängern
 
 

Wenn man sein Auto neu und erstmalig versichert sollte man immer auf die richtige Einstufung achten. Ein Fahranfänger beginnt ganz unten mit der Schadenfreiheitsklasse 0 und muss sich dann „hocharbeiten“. Mit jedem Jahr ohne Schaden kann man sich dann in der Tabelle nach oben verbessern und der Beitragssatz sinkt.

Man unterscheidet die Einsteigerstufen für Fahranfänger und die Schadensklassen S und M. Von etwa 240-120% kann man sich dann zu 30% herunter arbeiten, das ist die günstigste Schadenfreiheitsklasse. Die Auf- oder Abstufungen erfolgen immer zum Jahresbeginn.

 
 
Folgende Faktoren spielen bei der Ermittlung der Versicherungsklasse eine Rolle:
 
 
  • Fahrzeugart / Typklassen (Ausschlaggebend sind die Unfallstatistiken)
  • Regionale Unterschiede (Ausschlaggebend sind die Unfallstatistiken)
  • Nutzungsart des Fahrzeugs
  • Wie lang besitzt man seinen Führerschein
  • Wie lange ist man unfallfrei
 
 
Tipps für Fahranfänger:
 
 
  • Am günstigsten ist es immer sein Auto Ende Juni anzumelden
  • Immer alle Versicherungen vergleichen (Beiträge aber auch die Leistungen)
  • Fahrzeug erst einmal als Zweitfahrzeug der Eltern versichern
  • Schadenfreiheitsklasse von evtl. gefahrenen Dienstfahrzeugen übernehmen
  • Nach 3 Jahren in Besitz eines EU-Führerscheins kann man bei 120 % einsteigen

Übrigens: Nach 7 Jahren Fahrpause und Neuanmeldung eines Fahrzeugs wird man wieder als Fahranfänger eingestuft.