Geplante Reform der MPU

Idiotentest soll besser werden - Die MPU-Reform

 
 
 
 

Schon seit langem hat die MPU ihren Spitznamen weg: Idiotentest. Damit der „Idiotentest“ wieder zur MPU wird, hat das Bundesverkehrsministerium beschlossen, das Prüfverfahren zu vereinheitlichen und transparenter zu machen.

 
 

Von rund 100.000 Verkehrssündern besteht im Durchschnitt nur jeder zweite Teilnehmer den Test. Viele empfinden die MPU als Schikane und Willkür:

Es werde hier nicht die Fahreignung getestet, sondern ob man ein Idiot ist, der sich alles gefallen lässt; daher auch die Bezeichnung „Idiotentest“.

 
 

Video: Reform der MPU

 
 
 
 

MPU-Reform 2014

 
 

Mit der MPU-Reform soll das Prüfverfahren nun einheitlicher und transparenter gestaltet werden. Der Fokus liegt dabei auf dem psychologischen Gespräch. Die MPU besteht aus einem medizinischen Teil, bei dem die körperliche Einung überprüft wird, und aus einem psychologischen Teil, bei dem die charakterliche Eignung festgestellt werden soll. Oftmals entscheidet letztlich dann das Gespräch mit dem Psychologen, ob die betroffene Person fahrtauglich ist oder nicht. Welche Kriterien und Maßstäbe dabei genau angesetzt werden, ist jedoch unklar. Betroffene erzählen von „komischen“ und zusammenhangslosen Fragen, sind verunsichert oder fühlen sich gar betrogen.

 
 

MPU-Mängel bislang:

 
 
  • Keine einheitliche Beratung der Betroffenen vor der Untersuchung
  • Kein einheitlicher Fragenkatalog
  • Keine unabhängige Stelle, die die Gutachten überprüft
  • Keine Gesprächsprotokolle
  • Keine Einlegung von Rechtsmitteln

Zudem kritisiert der Automobilclub von Deutschland, dass der Test „teilweise leichtfertig“ angeordnet werde und dass derjenige, der die MPU ablehnt, automatisch den Führerschein verliert.

 
 

MPU-Verbesserungsvorschläge

 
 

Ein extra eingerichteter Arbeitskreis des Deutschen Verkehrsgerichtstages beschäftigt sich seit Jahren mit dem MPU-Prüfverfahren. 2014 soll der sogenannte Idiotentest nun endlich geändert werden. Teilnehmende Psychologen, die als MPU-Gutachter arbeiten, halten das Gespräch grundsätzlich für das richtige Prüfverfahren, finden jedoch, dass die Transparenz des Verfahrens verbessert werden könnte. Viele Kandidaten fühlen sich falsch wiedergegeben. Sie empfehlen daher die Standardisierung des Gesprächsablaufs und die Aufzeichnung auf Video. Dadurch werde eine objektivere Beurteilung gewährleistet.

Kritiker der Videoaufzeichnung verweisen jedoch auf den Schutz des Persönlichkeitsrechts: Schließlich könnten in einem solchen Interview auch Dinge zur Sprache kommen können, die der Kandidat unter Umständen nicht bildtechnisch dokumentiert wissen möchte. Zudem wäre auch die Videoauswertung nicht objektiv, da es keine wissenschaftlichen Kriterien für die Auswertung gebe. Sinnvoller hingegen wäre eine Beratung oder Behandlung vorab, bei der sich beispielsweise Alkoholsünder mit ihrem Problem schon vor der eigentlichen MPU auseinandersetzen könnten.

Nach der Idiotentest Überarbeitung soll es künftig auch möglich sein, Widerspruch gegen das MPU-Gutachten einzulegen. Zudem sollen die Gutachter einer regelmäßigen Qualitätskontrolle unterzogen werden.