Vorschriften und Tipps zum sicheren Transport

Auto richtig abschleppen

 
 
 
 
 
 

Ihr Auto hat eine Panne? Sie wollen es abschleppen? Achtung: Hier können Sie viel falsch machen. Sie riskieren nicht nur Schäden am Auto, sondern sogar Bußgeld und Punkte in Flensburg. Denn beim Abschleppen gibt es gewisse Vorschriften, damit die Verkehrssicherheit nicht gefährdet wird und Sie nicht in Konflikt mit dem Gesetzgeber geraten. Im folgenden Artikel erhalten Sie allen Informationen zum Thema „Auto richtig abschleppen“.

 
 

Zunächst geht es darum, dass das Abschleppgespann sicher und ohne Schaden ans Ziel kommt. Das sind die wichtigsten Dinge, die es dabei zu beachten gilt:

Automatik-Autos oder Elektrikautos dürfen nicht ohne weiteres abgeschleppt werden. Beachten Sie die Angaben in der Bedienungsanleitung, sonst könnten Sie Ihrem Wagen erheblichen Schaden zufügen.

Auch der Abschleppvorgang selbst ist nicht ohne. Stellen Sie sicher, dass Abschleppseil bzw. Abschleppstange vorschriftsmäßig angebracht werden, und dass das Gewicht des zu ziehenden Autos nicht zu groß ist. Fahren Sie äußerst behutsam, um Schaden und Ärger durch einen Auffahrunfall zu vermeiden.

 
 
Anleitung zum Abschleppen
 
 

Abschleppseil oder Abschleppstange befinden sich beim Bordwerkzeug im Kofferraum. Seil oder Stange werden an der Abschleppöse des abschleppenden und des abzuschleppenden Autos befestigt. Die Abschleppösen am Auto befinden sich in der Regel jeweils vorne links und hinten rechts verdeckt unter einer Kappe in der Stoßstange. Die Abdeckkappe kann z.B. mit einem Schraubenzieher gelöst werden. Bei vielen Autos muss die Abschleppöse erst eingeschraubt werden. Die Ösen befinden sich beim Bordwerkzeug, die Einschraubgewinde ebenfalls verdeckt hinter der Stoßstange.

Lesen Sie in der Bedienungsanleitung, welche maximale Zugkraft das Abschleppseil oder die Abschleppstange hat. In der Regel können Fahrzeuge von 2000 kg bis 4000 kg Gewicht gezogen werden.

Achten Sie darauf, dass Seil oder Stange mit einer roten Fahne markiert sind. In der Regel sind die Abschleppmittel bei Kauf bereits mit einer Fahne versehen bzw. die Abschleppstange hat rotgefärbte Elemente.

Vereinbaren Sie vor Fahrtbeginn Handzeichen oder bleiben Sie per Telefon (Freisprechanlage) in Kontakt, um sich über die zu fahrende Route auszutauschen.
Schalten Sie bei beiden Fahrzeugen die Warnblinker ein. Beim abzuschleppenden Fahrzeug muss die Zündung eingeschaltet sein, die Handbremse gelöst und es darf kein Gang eingelegt sein. So stellen Sie sicher, dass das Fahrzeug ungehindert rollen kann und die Lenkradsperre nicht einrasten kann.

Fahren Sie behutsam. Achten Sie darauf, hintereinander und nicht versetzt zu fahren. Das abzuschleppende Fahrzeug könnte sonst ausbrechen und in den Gegenverkehr oder auf den Gehweg gezogen werden.

 
 

Video: Richtig Abschleppen

 
 
 
 
Expertentipps fürs Abschleppen
 
 
  • Fahren Sie sehr behutsam und äußerst vorausschauend um Unfälle zu vermeiden. Erlaubt sind maximal 50 km/h. Zu empfehlen sind 40 km/h. So ist die Auffahrgefahr deutlich geringer.

  • Stellen Sie sich auf Schwerstarbeit ein. Durch den ausgeschalteten Motor funktionieren beim abzuschleppenden Fahrzeug Servolenkung und Bremskraftverstärker nicht. Lenken und Bremsen wird also richtig anstrengend.

  • Achten Sie beim Abschleppseil, dass dies konstant unter Zug steht. So wird ruckfrei gezogen und verhindert, dass das Seil reißt.

  • Vereinbaren Sie Signale, damit beide Fahrzeuge möglichst gleichzeitig bremsen und anfahren.
 
 
Besser Abschleppstange
 
 

Experten empfehlen das Abschleppen mit der Stange, da dies sicherer ist. Die Gegenüberstellung zeigt, warum.

 
 

Abschleppseil

Abschleppstange

Beim Abschleppseil handelt es sich um ein elastisches Seil aus geflochtenem Nylon. An beiden Enden befinden sich Karabinerhaken, die an den Abschleppösen befestig t werden.

Durch die Elastizität wird beim Anfahren oder Beschleunigen ein zu starker Ruck vermieden. Manche Abschleppseile haben ein zusätzliches Federelement (Gummipuffer, Schraubenfeder) um diesen Effekt zu verstärken.

Bei der Fahrt ist genau auf die Aktion des Vordermanns zu achten, es könnte sonst zum Auffahrunfall kommen.

Eine Abschleppstange ist ein mehrteiliges Rohr oder ein Vierkantprofil aus Metall. Aus Platzgründen kann die Abschleppstange so ineinander geschoben werden. Bei Gebrauch werden die einzelnen Teile mit Stiften arretiert. Die Stange wird beim ziehenden Fahrzeug entweder an der Anhängerkupplung oder an der Abschleppöse angebracht.

Mit der Stange bleibt der Abstand zwischen ziehendem und gezogenem Fahrzeug konstant, und es können auch Bremskräfte vom ziehenden Fahrzeug übertragen werden. So ist ein Auffahrunfall ausgeschlossen.

 
 

Der Abschleppvorgang muss ebenfalls nach ganz bestimmten Vorschriften erfolgen. Wer dagegen verstößt, riskiert ein Bußgeld bis zu 70 Euro und einen Punkt in Flensburg.

 
 

Diese Vorschriften gelten beim Abschleppen

 
 
  • Der Fahrer des Pannenfahrzeugs benötigt keinen Führerschein, muss jedoch mindestens 15 Jahre alt sein.

  • Der Fahrer des abgeschleppten Fahrzeugs muss Richtungswechsel per Handzeichen anzeigen.

  • Ein trocken gefahrenes Auto darf nicht abgeschleppt werden. Es muss Sprit geholt werden.

  • Das abgeschleppte Fahrzeug muss angemeldet und versichert sein.

  • Die gezogene Anhängelast darf das zulässige Gesamtgewicht des ziehenden Fahrzeugs nicht übersteigen. Das heißt, das abschleppende Fahrzeug muss mindestens genauso groß und schwer wie das abzuschleppende Fahrzeug sein.

  • Das abgeschleppte Auto muss auf dem kürzesten Weg zur Werkstatt oder Parkbucht gebracht werden.

  • Abgeschleppt werden darf auf jeder Straße, auch auf der Autobahn. Allerdings muss die Autobahn bei der nächsten Ausfahrt verlassen werden. Die Höchstgeschwindigkeit des Gespanns darf maximal 50 km/h betragen.

  • Ein Abschleppgespann darf nicht auf die Autobahn auffahren.

  • Ein Abschleppseil muss mit einer Fahne gekennzeichnet sein und darf nicht länger als 5 m sein.

  • Beide Fahrzeuge müssen die Warnblinkanlage einschalten.

  • Krafträder dürfen nicht abgeschleppt werden.
 
 

Bußgelder bei falschem Abschleppen

 
 

Die meisten Abschlepp-Fehler stellen einen Verstoß gegen die StVO dar. Sie riskieren ein hohes Bußgeld und sogar Punkte in Flensburg.

Hier finden Sie eine Übersicht über die Verstöße beim Abschleppen mit den entsprechenden Konsequenzen.

 
 
Verstoß
Bußgeld
Punkte
Fahrverbot
Kraftrad abgeschleppt
Bußgeld 10 Euro
Punkte nein
Fahrverbot
Warnblinker nicht eingeschaltet
Bußgeld 5 Euro
Punkte nein
Fahrverbot nein
Auf die Autobahn aufgefahren
Bußgeld 20 Euro
Punkte nein
Fahrverbot nein
Nächste Autobahnabfahrt nicht genommen
Bußgeld 20 Euro
Punkte nein
Fahrverbot nein
Abschleppen wegen Spritmangel
Bußgeld 25 Euro
Punkte nein
Fahrverbot nein
Abgemeldetes Auto abgeschleppt
Bußgeld 70 Euro
Punkte nein
Fahrverbot nein
 
 
Häufig gestellte Fragen zum Thema Auto abschleppen
 
 
  • Wann darf ich das Auto abschleppen?
    Ein Auto dürfen Sie nur im Notfall selbst abschleppen, also wenn Sie eine Panne haben (etwa durch Motorschaden). Dann müssen Sie auf dem kürzesten Weg in die Werkstatt.

  • Darf ich ein abgemeldetes Fahrzeug abschleppen?
    Jein.

    1. Normalerweise dürfen Autos nur im Notfall abgeschleppt werden. Ein abgemeldetes Fahrzeug, das in die Werkstatt oder auf den Schrottplatz soll, darf nicht gezogen werden. Sie verstoßen gegen § 33 StVO.

    2. Nicht zugelassene Fahrzeuge dürfen im öffentlichen Straßenverkehr nicht bewegt werden.

    Für Punkt 1 sind 25 Euro Verwarngeld fällig. Für Punkt 1 70 Euro und 1 Punkt in Flensburg. Da Sie jedoch für das schwere Vergehen belangt werden, zahlen Sie 70 Euro und erhalten einen Punkt.

    Ausnahme von der Regel:
    Sie holen sich eine Schleppgenehmigung bei der Zulassungsstelle. Diese kostet je nach Landkreis zwischen 10 und 500 Euro. Die Distanz der Schleppfahrt wird von der Behörde meistens beschränkt.

  • Was muss ich beim Auto abschleppen beachten?
    Beim Abschleppen müssen viele Regeln beachtet werden. Das Wichtigste:
    Es handelt sich um einen Notfall
    Das Auto ist noch lenk- und bremsfähig, die Warnblinker funktionieren noch
    Das Auto muss auf kürzestem Weg in die Werkstatt geschleppt werden
    Das Abschleppgespann darf nicht auf die Autobahn
    Die Maximalgeschwindigkeit beträgt 50 km/h

  • Wer darf ein Auto abschleppen?
    Prinzipiell darf jede Person, die 15 Jahre alt ist und fähig ein Auto zu lenken und zu bremsen, ein abzuschleppendes Auto steuern. Ein Führerschein ist nicht notwendig. Der oder die Ziehende braucht nur die Fahrerlaubnis seines / ihres Kraftfahrzeugs.

  • Welche Führerscheinklasse ist notwendig um ein Auto abschleppen zu können?
    Der Fahrer des ziehenden Fahrzeugs benötigt die Führscheinklasse für dieses Fahrzeug. Wird mit einem Pkw abgeschleppt, ist also Führerscheinklasse B erforderlich. Wird mit einem Lkw abgeschleppt, ist Klasse C.

  • Wie weit darf ein Auto abgeschleppt werden?
    Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Maximaldistanz fürs Abschleppen. Es gilt jedoch der Grundsatz, dass das Fahrzeug ohne Umwege zur nächsten Werkstatt bzw. zum Zielort abgeschleppt werden muss.

  • Wer haftet bei einem Unfall?
    Auch beim Abschleppen gilt die Faustregel: Wer auffährt, ist schuld. Die Haftpflichtversicherung des Autos im Schlepptau übernimmt die Schäden am Vorderfahrzeug. Ist das Auto im Schlepptau nicht angemeldet, muss der Fahrer des Wagens privat haften.
 
 
ADAC und Co.
 
 

Wer vom Profi abschleppen lässt, hat zwar mehr Kosten, ist aber auf der sicheren Seite. Für Automobilclub-Mitglieder (ADAC, ARCD, etc.) ist der Pannendienst meist inkl. und über die Beitragsgebühr abgedeckt. Abgeschleppt wird bis zur nächsten Werkstatt, mitunter muss zugezahlt werden.

Die Jahresbeiträge für Mitgliedschaften liegen zwischen 40 Euro und 100 Euro.
Viele Autombilclubs helfen auch Nichtmitgliedern. Bei Pannen , die mit Bordmitteln behoben werden können, sogar oftmals kostenlos. Beim Abschleppen oder bei Hilfe durch Subunternehmern der Autombilclubs muss jedoch bezahlt werden.

Andernfalls können Sie auch örtliche Abschleppunternehmen engagieren. Die Kosten fürs Abschleppen liegen zwischen 100 und 300 Euro. Aufgrund der hohen Kosten, ist hier natürlich abzuwägen, ob man den teureren, aber sicheren Weg wählen will oder lieber selbst abschleppt.

Sie vermeiden in jedem Fall Schaden am Auto (und wenn ist er versichert) und Ärger mit dem Gesetz (Bußgeld & Co. wegen Verstoß gegen die Abschleppregeln.