Warnung vor Radarfallen

Blitzer Apps – Rechtslage und Nutzen von Blitzwarngeräten

 
 
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Blitzer Apps - Rechtslage und Gerätetest
 
 

Im Radio darf vor Blitzern gewarnt werden, eine Blitzer App hingegen darf man nicht verwenden? Was ist die aktuelle Rechtslage und bei welchen Blitzwarngeräten drohen Strafen? Wir klären auf.

 
 

Jede Stunde wird im Radio über die aktuelle Verkehrslage informiert, dazu gehören auch die Blitzermeldungen. Viele Autofahrer sind deshalb nicht geblitzt worden und so einem teuren Bußgeld oder gar Fahrverbot entgangen.

Bei Verwendung von Blitzer Apps für Smartphone oder eine Blitzerwarnfunktion bei Navigationsgeräten droht jedoch ein Bußgeld von 75 Euro sowie 1 Punkt in Flensburg. Rechtsgrundlage hierfür ist der Paragraph 23 Absatz 1c StVO.

„Wer ein Fahrzeug führt, darf ein technisches Gerät nicht betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Das gilt insbesondere für Geräte zur Störung oder Anzeige von Geschwindigkeitsmessungen (Radarwarn- oder Laserstörgeräte).“

 
 
 
 

Radiomeldungen über Radarfallen oder Routenplaner mit Tempokontrollen in gedruckter Form sind absolut legal. Der entscheidende Unterschied zu Blitzer Apps ist, dass unabhängig vom aktuellen Standort des Fahrers vor Blitzern gewarnt wird.

Eine Blitzer App warnt gezielt kurz vor Erreichen der Messstelle. Der Fahrer könnte also permanent zu schnell fahren, ohne zu befürchten geblitzt zu werden.

Das ist eine Einladung zum Verkehrsverstoß und nicht erlaubt, so der ADAC-Experte Markus Schäpe.

 
 

VIDEO: Blitzer Apps - Rechtslage & Nutzen

 
 
 
 

Erlaubt ist auch, dass sich Autofahrer gegenseitig per Handzeichen vor Blitzern warnen. Wer dagegen per Lichthupe auf eine Radarfalle aufmerksam macht, riskiert ein Verwarngeld von 10 Euro. Die Lichthupe darf nur zur Warnung vor Gefahrenstellen verwendet werden.

Blitzer Apps sind lediglich ein Standortverzeichnis von stationären und mobilen Blitzern. Die Daten werden von den App Nutzern an die App-Betreiber gesendet. Es handelt sich nicht um Sensoren, die Radarfallen aufspüren oder Sender, die die Signale der Blitzgeräte stören. Technisch gesehen erfüllen Sie also nicht den Tatbestand nach § 23 Absatz 1c StVO.

Blitzer Apps basieren auf der Mitwirkung von Nutzern und deren Zuverlässigkeit. Blitzerstandorte können falsch gemeldet werden oder veraltete Daten werden nicht aus dem System gelöscht. Die App warnt unabhängig davon, ob der Blitzer im Einsatz ist oder nicht. Besonders bei mobilen Blitzern auf dem Land ist die Fehlerquote solcher Blitzer Apps sehr hoch, da weniger App-Nutzer die Anlagen passieren.

Dennoch, das Oberlandesgericht Celle entschied in seinem Urteil vom 12.11. 2015, dass die Nutzung von Blitzerapps verboten ist – unabhängig davon, ob die App tatsächlich funktioniert. Die Argumentation: Ein Smartphone mit Blitzer App erhalte die Funktion eines Blitzer-Warngerätes. Das ginge über seine ursprüngliche Zweckbestimmung hinaus.

Nach aktueller Rechtslage ist es nur für den Fahrer verboten eine Blitzer App bzw. ein Navi mit Blitzerwarnfunktion zu verwenden. Der Beifahrer hingegen darf gewarnt werden und es dem Fahrer weitersagen.

Im Einzelfall müssen Gerichte entscheiden, ob die Handy- oder Navi-Nutzung nun dem Fahrer zuzuschreiben ist oder dem Beifahrer.

Definitiv verboten ist die Handynutzung am Steuer. Wer also als Fahrer im Auto einen Blitzer mit seinem Smartphone meldet, begeht einen Verkehrsverstoß.

 
 

Blitzer Apps im Vergleich

 
 

Blitzer.de App

 
 
Blitzer.de App

Die meistverwendete App in Deutschland ist Blitzer.de mit rund 4 Mio. Nutzern. Der Betreiber Eifrig Media wirbt mit sehr guter Zuverlässigkeit bei stationären und bei mobilen Radarfallen. Die Abdeckung bei stationären Blitzern beträgt demnach sogar 100 Prozent (europaweit). Diverse Tests durch Medien (TV, Print) lieferten durchweg positive Ergebnisse.

Die App ist kostenlos und für iPhone und Android Smartphones erhältlich. Bei Blitzer.de kann die Art und Weise der Warnung eingestellt werden. Die App läuft auch im Hintergrund, so dass man selbst dann gewarnt wird, wenn das Smartphone-Navi im Vordergrund läuft. 

Die kostenlose Version bietet folgende Funktionen:

  • Nutzbar im offline Modus (z.B. im Ausland)
  • Geprüfte Verkehrsmeldungen in Echtzeit (Staus, Unfälle, etc.)
  • Intuitive Bedienbarkeit mit optimaler Ablesbarkeit

Die Pro-Version ist für 9,99 Euro erhältlich und bietet weitere Funktionen wie Sprachansagen, Landscape Modus und weitere Individualisierungsmöglichkeiten

 
 
 

iSpeed Cam

 
 
Blitzer App iSpeed Cam

Diese iPhone Blitzer App iSpeed Cam ist kostenlos. Dafür müssen die Nutzer viele Werbeeinblendungen hinnehmen.

Die App deckt rund 7.000 stationäre Blitzer europaweit ab. Das Design ist übersichtlich, die App ist intuitiv bedienbar. Blitzer können einfach per Klick gemeldet werden.

Im Test des TV Senders SAT 1 wurden die mobilen Blitzer meistens nicht gemeldet. Die stationären hingegen wurden alle erkannt. Die Zuverlässigkeit der iSpeed Cam App ist eher mit mangelhaft zu bewerten.

Die werbefreie Vollversion kostet 3,49 Euro (für Europa). Diese verfügt dann auch über weitere Funktionen wie z.B. eine Sprachansage.

 
 
 

GPS Navigation

 
 
Blitzer App GPS Navigation von Sygic

Bei der App GPS Navigation von Sygic handelt es sich um Offline-Navigationsgerät mit einer Radarmeldungsfunktion. Die App greift auf greift auf eine weltweite Blitzerdatenbank zu. 

Für den Betrieb müssen die Navigationskarten mit den Blitzerverzeichnissen erst heruntergeladen werden. Diese benötigen sehr viel Speicherplatz; die Deutschlandkarte hat zum Beispiel rund 600 MB. Wer nicht über genügend Speicherplatz auf seinem Smartphone verfügt, kann diese Blitzer App also gar nicht nutzen.

Im Test des TV-Senders Sat1 war die App sehr zuverlässig bei den stationären Blitzern. Die mobilen Blitzer auf der Teststrecke wurden nicht gemeldet. Auch hier ist das Gesamturteil mangelhaft.

Positiv zu erwähnen sind die zahlreichen Zusatzfunktionen der Navi-App:

 
 
 

Waze

 
 
Navi App Waze mit Blitzerwarnung

Waze ist eine Navi-App für Android und iPhone. Die App verfügt über zahlreiche Nutzer und eine sehr umfangreiche Datenbasis. Entsprechend zuverlässig sind die Blitzermeldungen.

Die Navi-App kann ausschließlich online verwendet werden, man benötigt also eine Internetverbindung. Für Fahrten ins Ausland ist die App also kaum brauchbar.

Wie viele andere Navi-Apps auch informiert Waze über die aktuelle Verkehrssituation sowie Spritpreise.
Das Design ist nüchtern und intuitiv.

 
 
 

Weitere Blitzwarngeräte

 
 

Neben Blitzer-Apps und der Warnsoftware in Navis gibt es auf dem Markt auch Spezialgeräte zum Aufspüren von Starenkästen und Radarpistolen.

Solche Radarwarngeräte spüren aktiv in der Fahrzeugumgebung die Strahlung von Laserpistolen und radarbasierten Messstationen auf.

Einige Geräte erkennen auch Blitzer mit Lichtschranke, indem sie die Datenverbindung zwischen Lichtschranke und Tempomessgerät frühzeitig registrieren.

Feste Messstationen mit Kontaktschleife in der Fahrbahn können von Radarwarngeräten jedoch nicht geortet werden.

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Radarwarner. Unterschieden wird zwischen

  • Portablen Radarwarngeräten
  • Einbau Radarwarnern
  • Laserblockern
  • Lichtschrankenstörern

Während einfache Radarwarngeräte lediglich die Radarfallen und mobilen Laserpistolen aufspüren und melden, stören sogenannte Laserblocker und Lichtschrankenstörer aktiv die Signale der Messgeräte und verhindern eine Messung.

Wer nach „Radarwarner im Test“ oder „die besten Radarwarner“ googelt, findet im Internet zahlreiche Webseiten und Videos mit Angeboten und Werbung für die entsprechenden Geräte.

Für die Anschaffung eines Radarwarner bzw. Radarstörers muss man etwas tiefer in die Tasche greifen als für eine Blitzer App. Hochwertige Geräte kosten mehrere Hundert Euro.

Kurios ist, dass diese Radarwarner zwar legal zu kaufen sind. Ihr Einsatz jedoch illegal ist. Für die Verwendung solcher Geräte wird nicht nur ein Bußgeld von 75 Euro erhoben, sondern die Polizei darf sie sogar beschlagnahmen und vernichten.

 
 

Bis zu 7.300 Euro Strafe für Einsatz von Radarwarngeräten

 
 

Die Rechtslage und die Bestrafung für den Einsatz von Blitzerwarngeräten sind in Europa sehr unterschiedlich.

In der Schweiz bezahlt man für jegliche Art von Warngeräten 200 Euro Bußgeld. In Österreich kostet der Einsatz von Blitzerwarnern bis zu 4.000 Euro. Davon Ausgenommen ist die Verwendung von Blitzer Apps und Navis.

Richtig teuer wird es in Tschechien. Hier wird der Einsatz eines Blitzerwarners im schlimmsten Fall mit 200.000 Kronen bestraft, das sind umgerechnet rund 7.300 Euro. In Belgien, Luxemburg, Schweden und Serbien drohen sogar Haftstrafen zwischen einem und sechs Monaten. In Albanien, Bulgarien und Rumänien sind Blitzerwarner wiederum erlaubt.

Überall in Europa sind Blitzerwarner mit einer Störfunktion verboten.