Marderschaden am Auto - Die besten Tipps für den Marderschutz

Der effektivste Marderschutz für Ihr Auto

 
 
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Marder beisst Kabel durch
 
 
 
 

In diesem Artikel erfahren Sie alles zum Thema Marderschaden: Warum hat es der Marder besonders auf Kabel und Schläuche im Motorraum abgesehen? Wer zahlt den Schaden? Was sind die besten Schutzmaßnahmen vor Marderattacken?

 
 

Im Frühling sticht den Marder der Hafer und er beißt zu: In der sogenannten Marder Jahreszeit, wenn sich die kleinen Raubtiere paaren, erwischt es jährlich eins von 300 Autos. Das macht bei 45 Millionen zugelassener Fahrzeuge in 2016 rund 135.000 Pkws. Die Kosten für Marderschaden: 50 bis 70 Millionen Euro.

 
 

Warum richtet der Marder Schäden am Auto an?

 
 

Der gemeine Steinmarder (lat. Martes foina) liebt Motorräume. Unter der Motorhaube des Autos hat er es warm und bequem und er ist vor Fressfeinden geschützt.

Doch wenn er einen Artgenossen riecht, gerät er außer sich. Besonders zur Paarungszeit im März und April beißen Mardermännchen dann wild um sich. Weil der Marder mit seinen Zähnen gegen Metallteile keine Chance hat nimmt er sich in seiner Raserei die Gummiteile, also Kabel und Schläuche, vor. Da hilft auch kein Ultraschall oder Duftstoff.

Das eine Problem für das Auto ist der Marder selbst, seine Vorliebe für Motorräume und sein extrem aggressives Verhalten zur Paarungszeit.

Das zweite Problem ist das Auto und die Tatsache, dass es fährt. Es ist üblich, dass das Auto den Tag an unterschiedlichen Standorten verbringt. Das bedeutet zwei unterschiedliche Marderreviere – und Ärger. Hinzu kommt die wachsende Marderpopulation. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer Marder auf das Auto aufmerksam wird, wächst.

 
 

Marderschäden am Auto erkennen

 
 

Da die Marderbisse selbst schwer zu erkennen sind, bemerkt man den Schaden oftmals erst, wenn es zu spät ist. Schlimme Unfälle können passieren, wenn man nicht mehr bremsen kann, weil der Marder die Schläuche mit der Bremsflüssigkeit durchgebissen hat.

Um Marderschaden rechtzeitig zu erkennen sollten Sie unbedingt auf die folgenden Dinge achten bzw. prüfen:

  • Pfotenabdrücke auf der Motorhaube
  • Regelmäßige Prüfung der Kabel und Schläuche im Motorraum
  • Motorkontrolleuchte
  • Nachlassender Bremsdruck und Bremskontrolllampe
  • Kühlwassertemperatur


Hat der Marder an den Schläuchen mit Kühlflüssigkeit geknabbert, kann die Kühlwassertemperatur ansteigen. Löcher und Risse in den Bremsleitungen führenden zu nachlassendem Bremsdruck. Sind die Zündkabel defekt, läuft der Motor unruhig und die Motorkontrolllampe leuchtet auf.

 
 

Oftmals keine Haftung für Folgeschäden

 
 

Dank der Anzeigen im Bordcomputer können Fehlfunktionen des Autos gut wahrgenommen werden. Wer solche Warnungen ignoriert und trotz überhöhter Kühltemperaturanzeige weiterfährt, handelt fahrlässig. Ein daraus resultierender Motorschaden wird nicht von der Versicherung übernommen.

Abhängig vom Versicherer sind Marderschäden bei Teilkasko und Vollkasko versichert. Schäden durch Marderbiss an Kabeln und Schläuchen werden bei der Teilkasko-Versicherung abzüglich der Selbstbeteiligung ersetzt.

In den meisten Versicherungspolicen sind Folgeschäden von Marderbissen kategorisch ausgeschlossen. Die Leistung der Versicherung kann auch davon abhängen, ob das betreffende Auto oft im Freien steht.

Wer in einer Marderregion lebt, sollte prüfen, ob sich ein höherer Versicherungstarif mit Übernahme von Marderschaden lohnt. Gerade bei den Folgeschäden zahlt sich das in der Regel immer aus. Die Kosten bei Motorschaden oder Austausch von Elektronik landen schnell bei einer fünfstelligen Summe.

 
 

Marderschaden verhindern: Die Schutzmaßnahmen im Überblick

 
 

Es gibt einige mehr oder weniger erfolgreiche Optionen für die Marderabwehr. Zu den wenig effektiven Abwehrmethoden zählen Ultraschall und der Einsatz von Duftstoffen. Der Marder gewöhnt sich schnell an hohe Töne und für ihn übelriechende Substanzen wie Hundehaare oder Mottenkugeln und lässt sich dadurch nicht abhalten. Im Gegenteil: Marderspray kann das Tier noch aggressiver machen.

Nach allgemeinen Erkenntnissen und Testergebnissen des ADAC sind Elektroschocks das Mittel der Wahl, um Marder erfolgreich vom Auto fernzuhalten. Die Elektroschocks bedeuten keine Gefahr für Marder und Mensch. Die Marderschreck Geräte funktionieren nach dem Weidezaun-Prinzip. Kleine Metallplättchen werden an den Zugangsstellen zum Motorraum platziert und über eine Stromquelle unter Spannung gesetzt. Bei Berührung erfolgt ein elektrischer Schlag mit einer schmerzhaften aber nicht schädlichen Stromladung.

Da der Marder nicht auf der Artenschutz-Liste steht ist diese Abwehrmethode auch völlig legal. Der Erfolg der Marderabwehr durch Elektroschock hängt maßgeblich davon ab, dass die Metallplättchen an der richtigen Stelle platziert werden. Der Montageaufwand der Stromgeräte ist relativ aufwendig. Es ist zu empfehlen eine geeignete Werkstatt aufzusuchen.

 
 

In der folgenden Übersicht sind alle bekannten Marderabwehr-Maßnahmen gelistet.

Maßnahmen Marderabwehr fürs Auto

Beschreibung

Gründliche Motorwäsche

Grundsätzlich hilft es, den Motorraum von Mardergerüchen zu befreien. Riecht der Marder keinen Rivalen wird er auch nicht aggressiv. Leider ist die Motorwäsche nur eine sehr kurzfristige Lösung.

Elektroschock

Mit den oben beschriebenen Elektroschocks werden Marder am besten abgewehrt. Gute Marderschreck-Geräte kosten zwischen 100 und  200 Euro (Marderschreck im Test). Hinzu kommen die Kosten für den Einbau, denn die Montage sollte unbedingt fachgerecht erfolgen.

Motorraum Abschottung

Durch die Abschottung des Motorraums wird der Marder daran gehindert überhaupt hereinzukommen. Die Zugänge werden mit Borstenvorhängen und Lochblechen blockiert. Für diverse Modelle gibt es den Marderschutz auch ab Werk oder als Nachrüstsatz (Kosten für VW Nachrüstsatz ca. 180 Euro, Montagedauer ca. 2 Stunden).

Kabelschutz

Sehr aufwendig ist die Methode alle Leitungen und Schläuche im Motorraum gegen Marderbiss zu isolieren, zum Beispiel mit flexiblen Wellrohren (Kosten ca. 1 Euro / m) aus Hartkunststoff. Bei der Ummantelung ist darauf zu achten, dass Sie nicht an heiße Teile geraten kann. Die häufig angegriffenen Schläuche und Achsmanschetten lassen sich mit dieser Methode jedoch nicht schützen.

Drahtgitter

Relativ simpel und kostengünstig ist es, das Auto mit einem sogenannten Mardergitter (Marderschutz-Matte) zu schützen. Das Drahtgitter (Kosten ca. 20 Euro) wird einfach unter das Auto gelegt. Der Marder mag die Löcher und Unebenheiten nicht und meidet das Fahrzeug. Der Nachteil: der Marderschutz-Teppich muss täglich neu verlegt werden, nicht alle potentiellen Einstiegsstellen sind geschützt und der Marder kann sich auch an das Gitter gewöhnen.

Marderspray

Den Marder mit Gerüchen zu bekämpfen ist auch eine Möglichkeit, aber keine besonders erfolgreiche. WC-Steine, Hundehaare, Knoblauch, Mottenkugeln sind Hausmittel zur Marderabwehr. Es gibt auch spezielles Marderspray (Kosten ca. 10 bis 15 Euro), das sehr unangenehm riecht. Umgekehrt gibt es Spray zur Geruchsneutralisierung, das die Duftmarken von Mardern entfernt (Kosten ca. 10 Euro). Die Marderbekämpfung durch Gerüche wirkt ebenfalls nur temporär. Erstens macht es dem Marder nur wenig aus und zweitens hält der Geruch nicht lange an.

Ultraschall

Ultraschallgeräte, besonders die günstigen Modelle, sind so gut wie wirkungslos (Kosten ca. 25 bis 50 Euro). Die Geräte sind leicht zu installieren, allerdings gewöhnt sich der Marder schnell an die hochfrequenten Töne. Durch die Verwinkelungen im Motorraum kann der Schall auch nicht direkt ins Marderohr dringen, was die Wirkung zusätzlich herabsetzt.

 
 

Wer einen Jagdschein kann Marder auch lebend fangen. Marderfallen dürfen allerdings nicht in der Schonzeit der Tiere (Mitte Oktober bis Ende Februar) aufgestellt werden.

 
 
Fazit: Gegen Marder hilft am besten Strom
 
 

Wenn Sie den Verdacht haben, dass es sich ein Marder im Motorraum Ihres Autos gemütlich gemacht hat, haben Sie mehrere Möglichkeiten Ihr Auto vor Marderbiss zu schützen. Doch der Marder ist clever und ein Gewohnheitstier. Die meisten Abschreckmittel wie Marderspray oder Motorwäsche wirken nur temporär.

Am wirksamsten sind Elektroschocks, die halten Marder dauerhaft fern. Wegen der empfindlichen Fahrzeugelektronik sollte der Einbau solcher Elektroschockgeräte jedoch unbedingt sach- und fachgerecht ausgeführt werden.

Ebenfalls effektiv, aber auch aufwendig ist der Einbau von Abschottungen. Dabei werden sämtliche Zugänge zum Motorraum mit Gittern und Borstenvorhängen verschlossen.

Trotz sämtlicher Schutzmaßnahmen kann es trotzdem zum Marderbiss kommen. Um nicht auf den hohen Kosten für eventuelle Folgeschäden wie Motorschaden sitzenzubleiben, empfiehlt es sich bei der Versicherung nicht zu sparen. Prüfen Sie Ihre Teilkasko- oder Vollkasko-Police, ob Folgeschäden durch Marderbiss abgedeckt sind und wechseln Sie gegebenenfalls den Anbieter.