Reifenpanne - Tipps und Wissenswertes

Reifenpanne – Was tun?

 
 
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Deutsche Autofahrer haben etwa alle 10 Jahre eine Reifenpanne – äußerst selten also. Und wenn es trotzdem einmal passiert, besteht kein Grund zur Panik. Mit dem richtigen Werkzeug und ein paar Handgriffen kann man schnell wieder weiter fahren.

 
 

Wenn der Reifen platzt, sollten Sie zunächst einmal Ruhe bewahren und folgende Punkte beachten:

  • Nicht abrupt abbremsen
  • Warnblinkanlage einschalten
  • Fahrzeug auf einen möglichst sicheren Standplatz ausrollen lassen
  • Zur Fahrbahn abgewandten Seite aussteigen
  • Warndreieck aufstellen und Warnweste anziehen
 
 

Reifenpanne ohne Ersatzrad

 
 

Nachdem Ihr Fahrzeug steht und abgesichert ist, haben Sie nun mehrere Möglichkeiten wieder in Fahrt zu kommen. Sie können einen Pannendienst anrufen, etwa den ADAC, und sich von dem helfen lassen. Mit einem Pannenspray können sie notdürftig Risse oder Einstiche abdichten. Hat der Reifen bereits viel Luft verloren, empfiehlt sich ein sogenanntes Pannenset, das mittlerweile viele Hersteller anstatt des Ersatzrads anbieten. Die Funktion ist ähnlich, wie die eines Pannensprays, nur das nach dem Einsatz des Dichtmittels mit einem Kompressor, der über das Bordnetz betrieben wird, Luft aufgefüllt werden kann.

 
 
Video: Reifenpannensets im Test
 
 
 
 

Achtung: Das Dichtmittel kann generell nur Stichverletzungen oder kleine Risse in der Lauffläche abdichten. Bei Flankenbeschädigungen bleibt es wirkungslos. Auch bei Laufflächenablösung, größeren Rissen oder undichten Ventilen ist einen Pannenset nutzlos. Außerdem sind auf diese Weise reparierte Reifen eine absolute Notlösung und mit ihnen sollte maximal bis in die nächste Werkstatt gefahren werden.

So genannte Run-Flat Reifen haben eine zusätzliche innere Gummischicht, die bei Rissen in der Außenhaut den Druckabfall verhindert. Mit solchen Reifen können Sie einfach weiterfahren. Run-Flat Reifen vermindern durch ihr Mehrgewicht jedoch den Fahrtkomfort und erhöhen den Kraftstoffverbrauch.
Als Alternative zum klassischen Ersatzrad bieten viele Hersteller mittlerweile Noträder an. Die Reifendimension ist deutlich kleiner, dadurch wird nicht so viel Platz beim Verstauen benötigt. Auch das Notrad wird wie ein Ersatzrad montiert, allerdings ist eine Weiterfahrt nur mit höchstens 80 km/h möglich. Die maximale Fahrstrecke hat ebenfalls Grenzen, unter anderem, weil das Differential durch die unterschiedlichen Dimensionen von Fahrbereifung und Notrad stärker beansprucht wird.

 
 

Reifenwechsel - Schritt für Schritt

 
 

Das klassische Reserverad ist die sicherste Variante bei Reifenpannen. Das Ersatzrad ist ein vollwertiges Rad und bietet uneingeschränkte Mobilität. Allerdings ist die Montage aufwendig und stellt gerade bei einer Reifenpanne auf der Autobahn ein Sicherheitsrisiko dar. Durch schnell vorbeifahrende Autos kann man leicht erfasst werden, vor allem wenn sich der Schaden auf der Fahrerseite befindet. Hinzu kommen beispielsweise bei Geländewagen die Größe und das Gewicht des Reserverads. Nicht jede Person ist in der Lage derartige Räder zu heben und zu montieren.

Da Reifenpannen so selten sind, kann eine „Trockenübung“ vor dem eventuellen Notfall nicht schaden. Grundsätzlich sollten Sie neben der mitführungspflichtigen Warnweste und dem Warndreieck für einen Reifenwechsel einen Wagenheber und einen Radkreuz oder idealerweise Drehmomentschlüssel mit an Bord haben.

 
 

Bei einem Reifenwechsel gehen Sie nach diesen Schritten vor:

 
 
  • Pannenstelle mit Warndreieck absichern und Warnweste anziehen
  • Handbremse anziehen und ersten Gang einlegen, bzw. Automatik-Wählhebel in Stellung "P" bringen
  • Radmuttern zunächst nur etwa eine halbe Umdrehung lösen
  • Wagenheber ansetzen (Aufkleber mit Sicherheitshinweisen beachten!)
  • Fahrzeug anheben, bis Montagehöhe für das Reserverad erreicht ist
  • Radmuttern ganz abschrauben und defektes Rad abnehmen
  • Reserverad montieren und alle Radmuttern handfest anziehen
  • Fahrzeug ablassen
  • Radmuttern über Kreuz fest anziehen (idealerweise sollte dabei ein Drehmomentschlüssel verwendet werden. Ist dieses Werkzeug nicht verfügbar sein, sollte man den korrekten Sitz des Rades möglichst zeitnah in einer Werkstatt überprüfen lassen)


Auf Grund des geringeren Reifendrucks bei Reserverädern kann es zu ungewohnten Fahrzeugreaktionen kommen. Sie sollten daher ein niedriges Tempo einhalten und schnellstmöglich eine Tankstelle ansteuern um den Reifendruck überprüfen.

 
 
Hier nochmal folgende Möglichkeiten, Ihren kaputten Reifen wieder flott zu kriegen:
 
 

1. Dichtungsmittel aus der Dose

 
 

Am einfachsten und schnellsten geht die Reifendichtmittel-Methode. Die Handhabung ist denkbar einfach: Das Dichtungsmittel in der Dose wird direkt über das Reifenventil ins Reifeninnere gepumpt. Direkt im Anschluss muss der Reifen bewegt werden, damit sich das Dichtungsmittel gleichmäßig verteilt.

Vorteile:

  • Einfache und schnelle Handhabung
  • Geringe Kosten ((zwischen 7 € und 15 €)


Nachteile:

  • Funktioniert nur bei kleinen Reifen und Beschädigungen bis etwa 6 Millimeter Durchmesser (z.B. Nageldurchstiche)
  • Geschwindigkeitsbegrenzung (60 km/h)
  • Verschmutzungen im Inneren des Reifens, im Ventil und auf der Felge. Anschließende Reparatur des
  • Reifens ausgeschlossen.
 
 

2. Pannen-Set

 
 

Das Pannen-Set, bestehend aus einem 12 Volt Kompressor zum Aufpumpen und Dichtmittel, gehört bei vielen modernen Autos heutzutage zur Grundausstattung. Das Prinzip ist das gleiche wie bei Methode 1: Zunächst wird der Fremdkörper entfernt und mit Hilfe des Kompressors, der über den Zigarettenanzünder betrieben wird, der Reifen wieder aufgepumpt. Anschließend wird das Dichtmittel in den Reifen gefüllt.

Der ADAC hat mehrere Pannen-Sets getestet und kommt zu dem Urteil, dass sie eine gute Alternative zum Reserve-Rad darstellen. Allerdings bieten sie lediglich Hilfe bei kleineren Schäden wie Rissen, Stichen und Löchern in der Lauffläche. Bei zehn getesteten Pannen-Sets schnitten fünf mit der Bewertung „gut“ ab, zwei
waren „befriedigend“ und drei „mangelhaft. Testsieger sind das Conti Komfort Kit und das Dunlop Fill&Go.

Mit diesen Pannen-Sets kann eine Reifenpanne aufgrund der wenigen Bedienschritte und des starken Kompressors schnell behoben werden.

Vorteil:

  • Funktioniert auch bei größeren Reifen


Nachteile:

  • Reguläre Reifenreparatur auch hier nicht mehr möglich
  • Geschwindigkeitsbegrenzung (60 km/h)
  • Kosten (zwischen 30 € und 115 €)
 
 

3. Ersatzrad

 
 

Das vollwertige Ersatzrad im Kofferraum ist die wohl beste Lösung bei einem Platten. Das Rad besteht komplett aus Felge und Reifen und wird anstelle des kaputten Rads montiert. Hierzu bedarf es allerdings noch eines Wagenhebers zum Aufbocken des Autos und eines Wagenkreuzes zum Lösen bzw. Festziehen der Radmuttern. Hier kann eine Trockenübung vorab nicht schaden, um den Radwechsel im Ernstfall schnell und sicher über die Bühne zu bringen.

Vorteile:

  • Vollwertiger Ersatz
  • Keine Geschwindigkeitsbegrenzung


Nachteile:

  • Viel Muskelkraft bei der Montage erforderlich
  • Zusätzliches Gewicht und dadurch mehr Benzinkosten
 
 

Fazit

 
 

Die Komplettlösung Ersatzrad ist die sicherste. Hier gibt es keine Beschränkungen und keine Sicherheitsrisiken. Allerdings ist der Kostenfaktor sehr hoch, denn durch das zusätzliche Gewicht im Auto erhöht sich der Spritverbrauch. Der Trend geht daher zum Pannen-Set. Zumindest bei kleineren Beschädigungen stellt es eine gute Alternative zum Ersatzrad dar. Der Einsatz des Dichtungsmittels macht eine spätere vollwertige Reparatur jedoch unmöglich. Je nach Hersteller variieren Preis und Leistung. ADAC Testsieger bei den Pannen-Sets sind Conti Komfort Kit und das Dunlop Fill&Go.