Regeln für den Zebrastreifen

Der Zebrastreifen - Richtiges Verhalten & Bußgelder

 
 
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richtiges Verhalten am Zebrastreifen
 
 
 
 

Zebrastreifen sind keine Einladung für Fußgänger, die Straße achtlos zu überqueren. Es gelten Regeln, an die sich sowohl Autofahrer als auch Passanten besser halten sollten, um schlimmen Ärger zu vermeiden.

 
 

Zweck des Zebrastreifens

 
 

Durch seine markante Optik fällt der Zebrastreifen auf und signalisiert grundsätzlich „Achtung, Fußgänger könnten die Straße queren“. Die Maße des Zebrastreifens sind genormt. Die Breite beträgt 2,3 Meter. Die Streifen sind 0,5 Meter breit, ebenso die Abstände zwischen den Streifen.

Der Zebrastreifen ist vor allem auf stark befahrenen Straßen zu finden. Autofahrer sind so gewarnt, jedoch nicht verpflichtet generell am Zebrastreifen anzuhalten. Dies müssen Sie nur, wenn Fußgänger den Zebrastreifen im Moment zum Überqueren der Straße nutzen möchten. Das war jedoch nicht immer so. Die Regel, dass ein Fußgänger am Zebrastreifen Vorrang hat, gilt in Deutschland erst seit 1996.

 
 

Fußgängerüberweg nach StVO

 
 

Fußgängerüberweg und Zebrastreifen sind ein und dasselbe. Fußgängerüberweg ist die amtliche Bezeichnung nach StVO.

 
 

§ 26 StVO

 
 

(1) An Fußgängerüberwegen haben Fahrzeuge mit Ausnahme von Schienenfahrzeugen den zu Fuß Gehenden sowie Fahrenden von Krankenfahrstühlen oder Rollstühlen, welche den Überweg erkennbar benutzen wollen, das Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. Dann dürfen sie nur mit mäßiger Geschwindigkeit heranfahren; wenn nötig, müssen sie warten.

(2) Stockt der Verkehr, dürfen Fahrzeuge nicht auf den Überweg fahren, wenn sie auf ihm warten müssten.

(3) An Überwegen darf nicht überholt werden.

(4) Führt die Markierung über einen Radweg oder einen anderen Straßenteil, gelten diese Vorschriften entsprechend.

 
 

Verkehrsregeln am Zebrastreifen

 
 

Verkehrsteilnehmer

Verhaltensregeln

Fußgänger

Am Zebrastreifen warten, bis Radfahrer und Autofahrer sie gesehen und angehalten haben. Erst dann kann der Fußgängerüberweg genutzt werden. Ist ein Zebrastreifen vorhanden, müssen Fußgänger diesen zur Überquerung der Straße benutzen (§ 25 Abs. 3 StVO).

Radfahrer

Der Fußgängerüberweg kann grundsätzlich mit dem Rad befahren werden. Radfahrer haben am Zebrastreifen aber keinen Vorrang, dafür müssten sie absteigen. Umgekehrt müssen Radfahrer wie Kraftfahrer den Fußgängern am Zebrastreifen Vorrang gewähren.

Autofahrer

Langsam heranfahren und anhalten, wenn Fußgänger den Zebrastreifen benutzen wollen. Am Zebrastreifen darf nicht überholt werden. Bei Stau oder stockendem Verkehr muss der Zebrastreifen freigehalten werden. 5 Meter vor dem Zebrastreifen darf nicht gehalten oder geparkt werden.

 
 

HINWEIS: A
Ausgenommen von der Fußgänger-Vorrang-Regel sind Schienenfahrzeuge. Die Straßenbahn muss nicht am Zebrastreifen halten. Umgekehrt müssen Fußgänger warten bis die Bahn durchgefahren ist.

 
 

Zebrastreifen ohne Schild

 
 
Zebrastreifen Verkehrsschild

In der Regel werden Zebrastreifen zusätzlich durch das Verkehrszeichen Fußgängerüberweg Nr. 350 gekennzeichnet. Es gibt sie aber auch ohne Beschilderung. Oftmals sorgt das bei Autofahrern für Verwirrung. Die Regeln sind jedoch die gleichen wie mit Schild. Der Zebrastreifen selbst ist ein Verkehrszeichen, dass die Einhaltung der Regeln aus § 26 StVO Fußgängerüberweg vorschreibt.

Den umgekehrten Fall, also nur das Verkehrszeichen Nr. 350 Fußgängerüberweg ohne Zebrastreifen, gibt es nicht.

 
 
 

Fußgängerüberweg am Kreisel

 
 

Autofahrer und Radfahrer, die den Kreisverkehr verlassen, biegen verkehrsrechtlich gesehen ab (§ 9 Abs. 3 StVO). Hier gilt es, auf Fußgänger besonders zu achten, wenn nötig zu warten.

Hat der Kreisverkehr an den Ausfahrten Fußgängerüberwege gelten die entsprechenden Regeln nach § 26 StVO – sowohl bei der Einfahrt in den Kreisel als auch bei der Ausfahrt.

Weitere Informationen zum Thema Kreisverkehr gibt es im Artikel „Richtiges Verhalten im Kreisverkehr“.

 
 

Fußgängerüberweg und Ampel

 
 

An besonders verkehrsreichen Straßen gibt es Fußgängerampeln. Sie sind in der Regel nur mit einer gestrichelten Linie markiert, der sogenannten Fußgängerfuhrt. Wenn die Ampel aus ist, müssen Fußgänger dem Verkehr Vorrang geben. Hat die Fußgängerampel zusätzlich einen Zebrastreifen, gelten die Regeln nach § 26 StVO (siehe oben).

 
 

Video: Zebrastreifen/Fußgängerüberweg - Die Theorie - Fahrschul-Tipps

 
 
 
 

Bußgeldkatalog - Strafen für falsches Verhalten am Fußgängerüberweg

 
 

Fußgänger sind die am meisten gefährdeten Verkehrsteilnehmer. Wird ihnen der Vorrang am Zebrastreifen nicht gewährt oder kommt es gar zu einem Unfall, drohen empfindliche Strafen für Autofahrer und auch Radfahrer.

 
 
Verstoß
Bußgeld
Punkte
Fahrverbot
Auf den Fußgängerüberweg gefahren, obwohl der Verkehr stockte
Bußgeld 5 Euro
Punkte -
Fahrverbot nein
nicht mit mäßiger Geschwindigkeit an den Fußgängerüberweg herangefahren, als Fußgänger diesen erkennbar benutzen wollten
Bußgeld 80 Euro
Punkte 1 Punkt
Fahrverbot nein
... mit Gefährdung anderer
Bußgeld 100 Euro
Punkte 1 Punkt
Fahrverbot nein
Fußgänger keinen Vorrang gewährt, obwohl dieser den Zebrastreifen erkennbar benutzen wollte
Bußgeld 80 Euro
Punkte 1 Punkt
Fahrverbot nein
... mit Gefährdung anderer
Bußgeld 100 Euro
Punkte 1 Punkt
Fahrverbot nein
... mit Unfallfolge
Bußgeld 120 Euro
Punkte 1 Punkt
Fahrverbot nein
Am Fußgängerüberweg ein Fahrzeug überholt.
Bußgeld 80 Euro
Punkte 1 Punkt
Fahrverbot nein
... mit Gefährdung anderer
Bußgeld 100 Euro
Punkte 1 Punkt
Fahrverbot nein
... mit Unfallfolge
Bußgeld 120 Euro
Punkte 1 Punkt
Fahrverbot nein
 
 

Für Radfahrer gelten letztlich die gleichen Regeln wie für Autofahrer. Verstöße, für die Autofahrer ein Bußgeld von über 35 Euro bezahlen werden bei Radfahrern (und Fußgängern) mit dem halben Regelsatz geahndet.

Räumt der Radfahrer dem Fußgänger am Zebrastreifen keinen Vorrang ein, droht beispielsweise ein Bußgeld von 40 Euro.

 
 

Zebrastreifen doch nicht so sicher?

 
 

Die Zahlen der Verkehrsunfälle an Zebrastreifen sind alarmierend und lassen schnell die Frage aufkommen, wie sicher Zebrastreifen tatsächlich sind.

Laut dem Auto Club Europa (ACE) hat sich im Jahr 2010 fast jeder fünfte Fußgängerunfall in einer geschlossenen Ortschaft, bei dem Menschen verletzt werden, ausgerechnet an einem Fußgängerüberweg ereignet. Demnach wurden 5.100 Fußgänger an Zebrastreifen von Autos oder Fahrrädern angefahren. Besonders häufig passierte dies im Bundesländervergleich in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg.

Besonders gefährdet sind junge und alte Fußgänger. Viele Autofahrer halten sich nicht an den Fußgänger Vorrang. Die Jungen werden dann angefahren, weil Ihnen die Erfahrung mit den rücksichtslosen Autofahrern fehlt und die alten, weil ihnen die Reaktionsschnelligkeit fehlt.

Im Ammerland in Niedersachsen hat man aufgrund der Unfälle vor Ort und der bundesweiten Statistik sogar begonnen die Zebrastreifen zurückzubauen.

Fakt ist, bei solchen Unfällen wird die Schuld meistens geteilt. Autofahrer müssen Fußgängern den Vorrang zwar einräumen, jedoch nicht uneingeschränkt bzw. pauschal. Der Fußgänger muss durch sein Verhalten, zum Beispiel Blick-Kontakt oder Handzeichen, seine Überquerungsabsicht deutlich machen. Wer unvermittelt die Straße überquert, trägt beim Zusammenprall mindestens eine Teilschuld.

 
 

Zebrastreifen im Ausland

 
 

Der Zebrastreifen ist international. Das heißt jedoch nicht, dass diesbezüglich auch im Ausland die gleichen Verkehrsregeln gelten.

Wer in Spanien den Fußgängerüberweg benutzt, sollte sich nicht darauf verlassen, dass der Autofahrer anhält. Auch sollte man berücksichtigen, dass die verschiedene Straßenbelege (Kopfsteinpflaster, Split, etc.) den Bremsweg verlängern. Auch was das unmittelbare Parkverbot vor dem Zebrastreifen betrifft, werden in Spanien eher Ausnahmen von der Regel gemacht.

Auch in Frankreich hat der Zebrastreifen eher fakultativen Charakter. Auffahrunfälle, wenn doch mal einer unverhofft anhält, sind deshalb hier an der Tagesordnung.

Die Engländer sind wohl erzogen und halten vorschriftsmäßig am Zebrastreifen an. Kultstatus genießt der Beatles Zebrastreifen in der Abbey Road, London. Damit Touristen Erinnerungsfotos schießen können, wurde dort zusätzlich ein Schutzweg eingerichtet.

Wie in Spanien und Frankreich werden auch in Italien die Zebrastreifen von Autofahrern leider sehr oft ignoriert. Das liegt auch darin begründet, dass die Haltepflicht an Fußgängerüberwegen dort erst 2010 eingeführt wurde. Deshalb deutsche Autofahrer aufgepasst: ein verstoß kann bis zu 600 Euro Bußgeld kosten.

In Finnland sind Zebrastreifen immer mit Fußgängerampeln gekoppelt. Erst bei grün darf man gehen. Also bitte nicht einfach drauflos marschieren.

In Dänemark trägt der Fußgänger am Zebrastreifen während der ersten Schritte das volle Risiko. Er muss warten, bis er die Straße gefahrlos betreten kann. Erst wenn der Fußgänger sich auf der Fahrbahn befindet, kann ein beteiligter Autofahrer für die Folgen eines Unfalls verantwortlich gemacht werden. Für deutsche Touris gilt: Sie haften für Auffahrunfälle wegen „unbegründetem Bremsen“ am Fußgängerüberweg.

 
 

Die Geschichte des Zebrastreifens

 
 

Der Zebrastreifen wurde 1948 in England erfunden. Zwei Ingenieure hatten die Idee, weil das Überqueren der Straßen durch den immer mehr werdenden Autoverkehr zum Lotteriespiel wurde.

Der Zebrastreifen symbolisiert eigentlich eine Brücke über die Straße. Weil die Straßenmarkierung den späteren englischen Premierminister James Callaghan an Zebrastreifen erinnerte, nannte er sie „Zebra Crossing“. Diese Bezeichnung hat sich auch international durchgesetzt.

1949 wurde ein internationales Straßenverkehrsabkommen, das die neuen Überwege berücksichtigte, unterzeichnet. Der erste Zebrastreifen Deutschlands wurde 1952 in München auf die Neuhauser Straße gepinselt.

 
 

Die wichtigsten Fragen und Antworten

 
 

Was ist der Unterschied zwischen Fußgängerüberweg und Zebrastreifen?

Es gibt keinen. Beide Begriffe meinen dasselbe.

 
 

Warum heißt der Zebrastreifen eigentlich Zebrastreifen?

Der englischen Premierminister James Callaghan hat den Begriff geprägt, weil ihn der erstmals 1948 in England eingeführte Fußgängerüberweg an Zebrastreifen erinnerte.

 
 

Wie breit ist ein Zebrastreifen?

Der Zebrstreifen ist 2,3 m breit bzw. die Länge der einzelnen Streifen beträgt 2,3 m. Ein einzelner Streifen ist 50 cm breit. Die Abstände dazwischen betragen ebenfalls 50 cm.

 
 

Wie weit vor und nach dem Zebrastreifen darf man parken?

Man darf direkt hinter dem Zebrastreifen parken. Der Mindestabstand davor beträgt 5 Meter.

 
 

Welche Verkehrsregeln gelten beim Zebrastreifen?

Fußgänger, die deutlich signalisieren, dass die den Zebrastreifen benutzen möchten haben Vorrang vor Radfahrern und Autofahrern – diese müssen also ggf. anhalten. Radfahrer müssen auf dem Zebrastreifen nicht absteigen, aber im Schritttempo fahren / rollen.

 
 

Wie verhält man sich beim Zebrastreifen ohne Schild?

Genauso wie beim Zebrastreifen ohne Schild. Das Verkehrszeichen ist nur ein Schild zur Verdeutlichung, dass da ein Fußgängerüberweg ist.

 
 

Wann muss ich beim Zebrastreifen anhalten?

Wenn ein Fußgänger deutlich signalisiert, dass er die Straße überqueren möchte.

 
 

Wo ist der Zebrastreifen auf dem die Beatles gelaufen sind?

Der Beatles Zebrastreifen, der auf dem Cover des Albums Abbey Road zu sehen ist, befindet sich in eben jener Abbey Road (London, Abbey Road 3, Ecke Grove End Road).

 
 

Wer hat den Zebrastreifen erfunden?

Zwei englische Ingenieure. Ihre Namen sind nicht überliefert.

 
 

Zebrastreifen im Ausland: Wie verhalte ich mich in Spanien, Frankreich, Italien usw.?

Im Ausland gelten beim Zebrastreifen nicht zwingend andere Verkehrsregeln, aber das allgemeine Verhalten ist deutlich anders. Deshalb gilt hier: Zebrastreifen betreten auf eigene Gefahr und bremsen als Autofahrer ebenfalls.