Nicht einsehbarer Raum neben dem Auto

Der tote Winkel beim Auto

 
 
 
 

Mit dem Begriff toter Winkel wird generell ein Raum bezeichnet, der trotz technischer Hilfsmittel (Spiegel oder Videokameras) nicht einsehbar ist.

 
 

Dieser Raum ist für das menschliche Auge quasi tot, er existiert nicht bzw. man sieht nicht, was darin passiert. Solche Räume gibt es besonders an öffentlichen Plätzen oder in Einkaufszentren mit Videoüberwachung.

Vom Toten Winkel im Straßenverkehr spricht man, wenn ein nachfahrendes Fahrzeug im Rückspiegel oder Seitenspiegel nicht zu sehen ist.

 
 
Video: "Was ist ein toter Winkel?"
 
 
 
 

Besondere Bedeutung im Straßenverkehr

 
 

Trotz aller möglichen Zusatzspiegel ist der Tote Winkel beim Autofahren nicht vollständig zu vermeiden. Es bleiben immer kleine Bereiche hinter und neben dem Fahrzeug, die von den Spiegeln nicht erfasst werden. Dies ist besonders gefährlich beim Überholen oder Spurwechsel, da der Fahrer nicht sieht, was in diesen Bereichen geschieht. Hier hilft der Schulterblick, um komplette Sicht zu erhalten.

 
 

Problem bei Lkw und Bussen

 
 

Der Schulterblick ist bei Lkw und Bussen auf Grund deren Konstruktion und Größe jedoch nur eingeschränkt möglich bzw. unmöglich. Hinzu kommt, dass das Sichtfeld bei diesen Fahrzeugtypen ohnehin schon stärker eingeschränkt ist als bei Autos. Um so viel Sicht wie möglich zu erhalten, sind bei Lkw und Bussen weitere und größere Spiegel angebracht.

Trotzdem kommt es immer wieder zu Unfällen mit Lkw und Bussen, bei den Fußgänger oder Radfahrer beim Rechtsabbiegen übersehen und erfasst werden. Dabei können besonders schwere Verletzungen die Folge sein, wenn die Personen seitlich erfasst werden und die Gefahr besteht, unter die Räder zu geraten. Jährlich sterben über 100 Radfahrer und Fußgänger durch Unfälle mit rechtsabbiegenden Lkw.

 
 

Gefahrenverminderung

 
 

Der Tote Winkel bei Lkw ist ungleich größer als bei Autos. Er beträgt etwa 38 Grad. In Deutschland fordern deshalb der ADFC und viele andere Gruppen seit langem gesetzliche Regelungen zur Verminderung der Gefahren durch den toten Winkel. Seit 1992 ist laut StVZO bei Lkw über 3,5 Tonnen ein zweiter großwinkeliger Rückspiegel und seitliche Schutzvorrichtungen erforderlich.
In den Niederlanden muss an Lastkraftwagen über 3,5 Tonnen zudem ein vierter Außenspiegel, der sogenannte DOBLI-Spiegel, angebracht sein. Dadurch verringert sich der Tote Winkel auf vier Grad.

Auch mit Hilfe von Spurwechselassistenten, Systemen die bei Spurwechseln den Fahrer per akustischem oder optischem Signal vor Kollisionen mit Fahrzeugen auf der Nachbarspur warnen, können Unfälle vermieden werden. Auch eine zusätzliche Ausleuchtung auf beiden Seiten des Lastwagens, an den Seitenspiegeln montiert sorgt für bessere Sicht.

 
 

Europaweite Maßnahmen

 
 

Seit der Richtlinie 2003/97/EG, die im Jahr 2010 in Kraft trat, gelten für Busse und Lkw folgende Verpflichtungen:

  • Vergrößerung des Mindestsichtfelds

  • Ausrüstung mit zusätzlichen Spiegeln (z. B. Frontspiegel)

  • Anpassung an den technischen Fortschritt (z.B. Krümmungsradius der Oberfläche von Rückspiegeln)

  • Austausch bestimmter Spiegel durch andere Systeme für indirekte Sicht (z. B. Kamera-Monitor-Systeme)