Wildunfall - Gefahren / Wer zahlt? / Meldepflicht

Was tun bei Wildunfall?

 
 
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Wildunfälle sind nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit die häufigste Kfz-Schadensursache. Jährlich werden in Deutschland zwischen 200.000 und 250.000 Wildunfälle verzeichnet. Für die Tiere enden die Kollisionen meistens tödlich. Im Jahr 2011 kamen etwa eine halbe Million Tiere auf deutschen Straßen um, 20 Menschen starben und rund 2500 wurden verletzt.

 
 

Die Gefahr steigt in der kalten Jahreszeit

 
 

Wenn es ungemütlich draußen wird, steigt die Gefahr von Wildunfällen. Mit Beginn der kalten Jahreszeit werden die Tiere bei der Futtersuche aktiver und überqueren vermehrt Straßen. Kritische Tagezeiten sind dabei der frühe Morgen, zwischen 5 Uhr und 8 Uhr sowie die Abendstunden, zwischen 17 Uhr und 24 Uhr. Ebenfalls vermehrt zeigen sich Rehe und Wildschweine in der Brunftzeit, zwischen April und Mai oder Juli und August. Die Beschilderung Wildwechsel (Gefahrenzeichen Nr. 142) kennzeichnet die Zonen, an denen Tiere häufig die Straße überqueren. Hier gilt es, die Geschwindigkeit zu reduzieren und sehr aufmerksam zu sein. Davon gibt es in Deutschland etwa 30.000.

 
 

Trotz der Häufigkeit von Zusammenstößen mit Rehen oder Schweinen herrscht immer noch große Unklarheit darüber, was bei einem Wildunfall zu tun und was bei der Schadensregulierung zu beachten ist.

 
 
Video: ADAC-Crashtest: Wildunfälle „saugefährlich"
 
 
 
 

Sollte es dennoch zu einem Unfall kommen, sollten sie folgende Dinge unbedingt beachten:

 
 
  • Unfallstelle absichern
  • Unfall der Polizei melden
  • Tier nicht berühren, kann gefährlich werden
  • Wildbescheinigung ausstellen lassen (für Versicherung)
  • Wenn vorhanden, Wildspuren am Auto fotografieren (Blut, Fell)
  • Wild von der Straße entfernen, um weitere Unfälle zu vermeiden
  • Auch wenn das Tier nach dem Zusammenstoß wieder verschwindet, muss Meldung gemacht werden

Sollten Sie ein angefahrenes Tier ohne Meldung am Straßenrand zurück lassen, begehen Sie einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Wenn Sie das Tier eigenmächtig mitnehmen, erfüllen Sie den Straftatbestand der Wilderei. Eine Strafanzeige kann folgen.

 
 

Wildunfall – wer zahlt?

 
 

Als Wildunfälle werden nur solche Unfälle bezeichnet bei denen
a) Hirsch, Reh, Wildschwein, Fuchs, Hase oder Dachs betroffen sind und
b) das Fahrzeug beschädigt wurde.

Unfälle mit kleineren Tieren wie Igeln, Fröschen, kleinen Vögeln oder Nutztieren werden dagegen nicht als Wildunfall bezeichnet.

Eine Vollkaskoversicherung übernimmt nach einem Wildunfall mit Haarwild (Reh, Fuchs, Wildschwein oder Hase) in der Regel die Reparaturkosten. Das gilt sogar dann, wenn der Autofahrer den Wildunfall nicht beweisen kann. Solange die Versicherung keine gegenteiligen Beweise vorlegt, muss sie für die Schäden am Auto aufkommen.

Bei einer Teilkaskoversicherung bleibt der Fahrzeughalter dagegen auf den Kosten des Wildunfalls sitzen, wenn er den Zusammenstoß nicht belegen kann. Schäden durch Zusammenstöße mit Vögeln werden von den meisten Versicherungen nicht übernommen. Ausgenommen sind auch Haustiere wie Hunde, Schafe oder Kühe; hier haftet der Besitzer. Die normale Haftpflichtversicherung zahlt überhaupt nicht bei Wildunfällen.

Je nach Wucht des Aufpralls fällt die Schadenshöhe unterschiedlich hoch aus. Die durchschnittliche Schadenshöhe bei Wildunfällen in Deutschland beträgt rund 2.000 Euro. Manche Versicherungen beschränken ihre Haftung, wenn das Fahrzeug nicht repariert wird – auf die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert. Zudem wird die Selbstbeteiligung gemäß Versicherungsvertrag von der Erstattungssumme abgezogen. ADAC-Mitglieder bekommen vom Club bis zu 300 Euro erstattet, wenn die Versicherung den Schaden nicht abdeckt oder eine Selbstbeteiligung vorliegt. Dies gilt auch, wenn der Pkw nur per Haftpflicht versichert ist.

 
 

Meldepflicht bei Wildunfällen

 
 

Rehe sind am häufigsten in Wildunfälle verwickelt - etwa 220.000 Tiere verenden jährlich – gefolgt von Hasen oder Kaninchen und Wildschweinen. Sind Sie mit einem Tier zusammengestoßen, müssen Sie den Wildunfall melden – beim zuständigen Wildhüter, Jagdaufseher, Jagdpächter oder bei der Polizei. Ansonsten begehen Sie Fahrerflucht.

Auch wenn Sie das Tier nur angefahren haben und es wieder verschwindet, ist Meldung zu machen. In solchen Fällen muss der Jäger das verletzte Tier suchen und ihm den Gnadenschuss geben.

 
 

Wildunfälle vermeiden

 
 

Ab 80 km/h kann ein Zusammenstoß mit einem Reh für Menschen lebensgefährlich werden. Insbesondere Rehe und Wildschweine überqueren Straßen oft in der Gruppe. Straßen an denen Wildwechsel vorkommt sind entsprechend gekennzeichnet. Hier gilt es, das Tempo zu verringern und besonders vorsichtig zu fahren.

Wenn vor dem Auto ein Tier zu sehen ist, sollten Sie auf jeden Fall abbremsen. Wenn ein Zusammenprall unvermeidlich ist, sollten Sie sofort eine Vollbremsung einleiten und auf keinen Fall ausweichen; stattdessen abblenden und hupen.

 
 

Unfall nach Ausweichen – wer zahlt?

 
 

Ausweichen ist generell untersagt, weil die Gefahr für Leib und Leben der Autoinsassen dadurch erhöht wird. Ein Ausweichmanöver ist zulässig, wenn dadurch größerer Schaden vermieden wird. Der Fahrer ist gegenüber Behörden und Versicherung in der Nachweispflicht. Gemäß aktueller Rechtsprechung muss der Fahrer dafür den Zusammenprall mit einem Wildschwein, Reh oder Hirsch vermieden haben. Eine Vollkasko-Versicherung zahlt auch, wenn das nicht der Fall war – solange der Unfall nicht vorsätzlich herbeigeführt wurde.