Spielstraße VS verkehrsberuhigter Bereich

Spielstraße oder verkehrsberuhigter Bereich - Das ist der Unterschied!

 
 
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Spielstraße
 
 
 
 

Die Spielstraße gibt es laut StVO offiziell gar nicht. Wenn von der Spielstraße die Rede ist, meinem die meisten den sogenannten verkehrsberuhigten Bereich, ausgewiesen durch das Verkehrszeichen 325 mit den spielenden Kindern. Doch es gibt tatsächlich eine Verkehrszeichen-Kombination, die in Bedeutung und Verkehrsregelung dem Begriff Spielstraße entspricht. Wir klären auf, was es damit auf sich hat.

 
 

Weil der verkehrsberuhigte Bereich durch ein Schild mit spielenden Kindern ausgewiesen wird, wird er im Volksmund auch Spielstraße genannt. Zwar können Kinder hier auch spielen. Dennoch ist Vorsicht vor Kraftfahrzeugen geboten. Die dürfen hier nämlich auch fahren.

 
 

Verkehrsregeln im verkehrsberuhigten Bereich

 
 
Regeln im verkehrsberuhigten Bereich
 
 

In der Spielstraße in Sinne von Verkehrsberuhigter Bereich nach § 42 Abs. 4 StVO gelten folgende Verkehrsregeln:


  • Fußgänger dürfen die Straße in der ganzen Breite nutzen
  • Der Fahrzeugverkehr muss Schrittgeschwindigkeit einhalten.
  • Die Fahrzeugführer dürfen die Fußgänger weder gefährden noch behindern. Wenn nötig müssen sie warten.
  • Die Fußgänger dürfen den Fahrverkehr nicht unnötig behindern.
  • Das Parken ist außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen unzulässig, ausgenommen zum Ein- oder Aussteigen, zum Be- oder Entladen.
  • Das Überholen ist verboten, jedoch muss man damit rechnen überholt zu werden.
  • Das Parken ist in einem verkehrsberuhigten Bereich wie bei Einbahnstraßen auch in Fahrtrichtung links erlaubt. Das hat das OLG Köln (Az.: Ss 136/97(Z)) entgegen der Regelung nach § 12 Abs. 4 StVO beschlossen.
  • Bei der Ausfahrt aus einer Spielstraße muss man die Vorfahrt beachten. Es gilt die Regel Rechts vor Links.
 
 

Wo gibt es verkehrsberuhigte Bereiche?

 
 

Um eine Straße als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen, muss diese Straße überwiegend Aufenthalts- und Erschließungsfunktion haben. Das heißt, der Bereich darf nicht als typische Straße mit Fahrbahn, Gehweg und Radweg angelegt sein.

In der Regel haben solche Bereiche wechselseitige Parkständige, Pflanzbeete sowie Plateaupflasterungen (Bodenwellen).

Durchgangsverkehr ist hier generell erlaubt. Mit der Vorgabe der Schrittgeschwindigkeit und der Gleichberechtigung von Fußgängern und Kfz-Fahrern soll hier der Verkehr - wie der Name schon sagt - beruhigt werden.

Wer Rasern in einer Wohnstraße mit vielen Kindern Einhalt gebieten will, der kann bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde einen Antrag auf eine Spielstraße bzw. verkehrsberuhigten Bereich stellen. Alternativ wäre der Antrag auf eine Tempo-30-Zone oder Bau von Bodenwellen.

 
 

Unterschied Spielstraße und verkehrsberuhigter Bereich

 
 

Die Bezeichnung Spielstraße und einen diesbezüglichen Paragraphen in der StVO gibt es nicht. In der Verwaltungsverordnung-StVO zu § 31 jedoch wird mit „Spielstraße“ eine Straße bezeichnet, die durch Verkehrszeichen 250 für Fahrzeuge aller Art gesperrt und durch
Zusatzzeichen „Kinderspiele erlaubt“ (VZ 1010-10) gekennzeichnet ist.

Die Konstellation ist jedoch äußerst selten. Da keinerlei Fahrzeugverkehr, auch kein Anliegerverkehr, zugelassen ist (auch Parken ist nicht möglich), würden sich für Anlieger erhebliche Schwierigkeiten für die Erreichbarkeit ihrer Wohnungen ergeben.

 
 
Schild für Spielstraße mit Zusatzzeichen

Spielstraße
(Verkehrszeichen 250 mit Zusatzzeichen 1010-10)

Schild für Verkehrsberuhigter Bereich

Verkehrsberuhigter Bereich

 
 
 

Schritttempo und Parken nur in gekennzeichneten Flächen

 
 

Parken und Fahren - egal mit welcher Geschwindigkeit - sind einer wirklichen Spielstraße ausgeschlossen.

Im verkehrsberuhigten Bereich hingegen darf rechts und links in den vorgeschriebenen Parkflächen geparkt werden. Verkehrswidrig abgestellt Fahrzeuge bekommen ein Knöllchen in Höhe von bis zu 30 Euro gemäß Bußgeldkatalog Halten und Parken.

Gefahren werden darf wie in der Fußgängerzone nur im Schritttempo, maximal 10 bis 15 km/h (dieser Wert für die Schrittgeschwindigkeit hat sich im Verkehrsrecht durchgesetzt). Wer mit 30 km/h geblitzt wird, muss mit 25 Euro Bußgeld rechnen. Wer mit 40 km/h geblitzt wird, dem drohen 80 Euro Bußgeld und ein Monat Fahrverbot. Es die allgemeinen Bußgeldsätze bei Geschwindigkeitsüberschreitung.

 
 

Video: Verhalten im verkehrsberuhigten Bereich